Nach derby-debakel: marotta räumt beim inter auf – die meister-angst wächst
Es riecht nach Panik
im Appello-Gentile: Giuseppe Marotta schob sich gestern selbst in den Audi und fuhr zur Pinetina, um die Trümmer des 0:2 zu sortieren. Der Vorsprung auf Milan ist noch da, aber er schmeckt plötzlich nach Pappe. Die Devise lautet: Kein weiterer Kratzer, sonst wird aus der sicheren Fahrt ein Auffahrunfall.Warum ausgerechnet diese niederlage die nerazzurri so trifft
Die Statistik täuscht. 14 Punkte Vorsprung, klar. Doch die Art, wie Inter im Derby unterging, hat ein Riss mitten durch die Brust der Tifosi geschlagen. Kein Laut, keine Reaktion, null Torschuss in der zweiten Hälfte – das war kein Ausrutscher, das war ein Déjà-vu. Milan hatte schon im Supercup dieselbe Lähmung ausgelöst. Zweimal Derby, zweimal Blackout. Da fragt sich selbst der letzte Optimist, ob diese Mannschaft auch unter Druck noch Lust hat.
Marotta traf sich mit Piero Ausilio, Dario Baccin und Javier Zanetti. Keine Show, kein Krisengipfel, aber eben auch kein Routine-Talk. Sie sprachen nicht über Taktik, sondern über Psyche. Die Botschaft: Die Serie geht weiter, aber wer jetzt mit hängendem Kopf trainiert, verliert nicht nur Punkte, sondern den Glauben. Und der Restprogramm-Gegner wartet: Atalanta, Napoli, Bologna – keine Wohltat für angeschlagene Ego.

Chivu steht vor der zerreißprobe
Cristian Chivu hat die Binde übernommen, ohne je einen Top-Job in der Serie A gemacht zu haben. Das war ein Wagnis, das bislang aufging – bis eben Milan kam. Die Verletztenliste liest sich wie ein Who-is-Who der Starter: Lautaro Martinez, Marcus Thuram, Hakan Calhanoglu, Denzel Dumfries. Wer gegen Atalanta wieder fehlt, spielt keine Rolle. Die Mannschaft muss funktionieren, egal, wer draufsteht. Chivu verlangt keine theatralischen Reden, er will Reaktion auf dem Platz. Der 14. März ist rot angestrichen: Milan erneut, diesmal im Cup. Ein weiterer Blamage und die Saison kippt vom sicheren Titeltraum zum Endspiel der Nerven.
Die Fans warten auf ein Zeichen. Keine Pressekonferenz, keine Social-Media-Entschuldigung. Sie wollen sehen, wie ihr Team am Samstag in Bergamo in die Zweikämpfe fliegt. Ein Punkt reicht nicht, sie wollen eine Ohrfeige für die Zweifel. Und Marotta? Er weiß: Wenn Inter jetzt stolpert, bleibt am Ende nicht nur die Meisterschaft auf der Strecke, sondern auch der Mythos der unschlagbaren Maschine. Die Maschine, die er selbst geschmiedet hat.
