Murat yakin spielt roulette: diese acht mittelfeld-krieger kämpfen um die letzten wm-tickets
In Horben rollt der Ball wieder – und mit ihm die Köpfe. Wer Mitte Juni in der Schweizer Startelf in Dallas steht, entscheidet sich gerade in vier Testspielen. Murat Yakin hat acht Plätze im Mittelfeld frei, aber dreizehn Kandidaten. Die Rechnung ist einfach: fünf müssen draußen bleiben. Die Frage ist nur: wer?
Xhaka, freuler, zakaria – das sichere gerüst
Granit Xhaka wird die 150 nicht nur knacken, er wird sie pulverisieren. 147 Einsätze hat der Kapitän bereits, vier Testspiele stehen noch an. Selbst wenn er nur in der Hälfte spielt, ist die Marke Geschichte, bevor das erste Gruppenspiel losgeht. Remo Freuler war 2018 noch Joker, 2026 dürfte er die Uhr sein, an der sich alle stellen. 33 Jahre alt, 59 Länderspiele, nur fünf Mal musste er seit Yakins Amtsantritt zuschauen. Denis Zakaria ist das Schweizer Multi-Tool: Sechser, Libero, Notfall-Innenverteidiger. Fit ist er gerade, das reicht, um ihn auf die Liste zu schreiben – nicht nur drauf, sondern weit oben.

Jashari und manzambi – die jungen wilden
Ardon Jashari trägt jetzt Rot-Schwarz, aber die Farbe zählt nicht. Der Milan-Tritt war teuer, der Wadenbeinbruch ärgerlich, doch seit Januar läuft er wieder durch. 21 Jahre, 90 Minuten nonstop, das ist sein Plan. Johan Manzambi war letzten Sommer in den USA der Geheimfavorit der Fans – ein Tor, ein Assist, ein Aufreger. 20 Jahre, Genfer Schnelligkeit, Freiburger Taktik. Yakin liebt Vielseiter, Manzambi kann drei Positionen auf einmal. Wer ihm den Platz streitig machen will, muss schon einen Knaller zeigen.

Sow und aebischer – die returners
Djibril Sow verpasste die EM wegen eines Zehbruchs, die WM will er sich nicht entgehen lassen. In Sevilla ist er Stammkraft, 29 Jahre alt, erst zwei Turniere gespielt. Die dritte WM wäre die Revanche. Michel Aebischer war plötzlich Linksverteidiger, weil Yakin es so wollte. In Pisa spielt er wieder Zentrale, 90 Minuten jede Woche. Flexibilität ist sein Trumpf, Robustheit sein Markenzeichen. Beide haben die Nase vorn – aber nur, wenn sie gesund bleiben.

Sanches und die außenseiter – letzte chance mit risiko
Alvyn Sanches knallte beim Debüt sein Kreuzband weg, jetzt ist er zurück – neun Tore, fünf Assists in 21 Spielen. Die Zahlen sprechen, die Knie auch. Simon Sohm war dabei, dann wieder nicht. Die Fersen sind sauber, doch Bologna ist kein Selbstläufer. Filip Ugrinic flog nach Valencia – und direkt wieder raus, Adduktorenzicken. Vincent Sierro spielt in Saudi-Arabien, Tore schießt er, aber die Liga gilt nicht. Edimilson Fernandes? Braucht ein Katastrophen-Szenario. Die Türen sind offen, aber sie quietschen.
Murat Yakin wird nicht bis zum 1. Juni warten. Schon nach Norwegen und Jordanien dürfte klar sein, wer im Flieger nach Kanada sitzt. Die Uhr tickt – und sie tickt Schweizer Präzision. Wer jetzt zögert, fliegt im Juli nicht nach Nordamerika, sondern in den Urlaub.
