Münster entlässt ende nach debakel: der 0:6 von dresden wird zum k.o.

Die 0:6-Demütigung in Dresden war die Todesstoß-Minute für Alexander Ende. Noch während die Fans im Gleisdreick die letzten Pfiffe des Sonntags nachhallten, lief auf dem Hof von Preußen Münster die Stoppuhr rückwärts. Montag 10:13 Uhr – freigestellt.

Der SCP zieht die Reißleine, nachdem die Mannschaft unter Ende seit Jahresbeginn sieben Pflichtspiele ohne Sieg blieb und damit auf Relegationsplatz drei gekippt ist. „Wir brauchen einen neuen Impuls, um das Ziel Klassenerhalt noch aus eigener Kraft zu schaffen“, sagte Sport-Geschäftsführer Ole Kittner am Montag. Der Satz klingt, als hätte er sich selbst überzeugt – doch die Zahlen sprechen lauter: erst 21 Punkte aus 25 Spielen, 43 Gegentore, nur zwei Dreier seit Oktober.

Warum ende scheiterte – und was kittner verschweigt

Ende kam im Sommer als Hoffnungsträger, der mit Positionswechseln und Raumdeckung Modernität in die 2. Liga bringen sollte. Die Idee war charmant, aber sie brauchte Spieler, die zweimal denken und einmal sprinten. Das Material war schlicht: ein Kader, dessen Marktwert laut Transfermarkt nur 14 Millionen Euro wert ist – Schlusslicht der Liga. Als die Verletzungswelle vor Weihnachten dreifache Umstellungen erzwang, zerbrach das Konstrukt. Die 0:6 in Dresden war keine Panne, sondern die logische Eskalation.

Kittner lobt in derselben Pressemitteilung Endes „offene, authentische Art“. Gemeint ist: Der Trainer erklärte sich selbst nach Katastrophen nie weg, stellte sich vor die Kameras. Das rettet ihn nicht, macht die Entscheidung aber glaubwürdiger. Münster handelt nicht aus Emotion, sondern aus Angst vor dem Abstieg, der 15 Millionen Euro an TV-Geldern kosten würde.

Schulze-marmeling übernimmt – ein u23-coach mit 72 stunden

Schulze-marmeling übernimmt – ein u23-coach mit 72 stunden

Am Sonntag gegen Magdeburg steht nun Kieran Schulze-Marmeling an der Seitenlinie. Der 34-Jährige kenne die Jugend, heißt es. Fakt: Er kennt die Druckmaschine. In der Regionalliga West führt er die U23 auf Platz eins, doch Profi-Fußball ist ein anderes Format. Schulze-Marmeling hat drei Tage, um eine Startelf zu finden, die nicht schon beim Warmlaufen an die 0:6 erinnert. Die Fans haben online bereits ein Tifovorhaben angekündigt: „Nie wieder so was – 12. Minute Gänsehaut statt Galgenhumor.“

Ende selbst schweigt bislang. Wer ihm in den letzten Wochen zuhörte, hörte dennoch den Resignationsfunken: „Manchmal fehlt einfach die Cleverness.“ Gemeint war: die Klasse. Die Trennung ist folgerichtig, aber kein Freifahrtschein für die Mannschaft. Die Spieler, die in Dresden wie gelähmt wirkten, müssen nun beweisen, dass das Problem nicht nur der Trainer war.

Der SCP hat noch neun Endspiele. Die neue Leitung will „energisch und mutig“ auftreten – das war vorher auch schon die Devise. Nun ist der Zeitpunkt, wo Worte zählen und Tore noch mehr. Sonst droht im Mai der Abstieg – und dann ist kein 0:6 mehr nötig, um den Trainer zu kündigen. Dann folgt der ganze Klub.