München jagt leichtathletik-wm: 110-millionen-euro-poker für olympia-comeback
München will zurück auf die Weltbühne. Vier Jahre nach dem EM-Festival, bei dem Gina Lückenkemper und Niklas Kaul ein ganzes Land elektrisierten, greift die Stadt erneut nach der Krone: Der Stadtrat stimmte am Mittwoch für die Bewerbung um die Leichtathletik-WM 2029 oder 2031. Die Rechnung: bis zu 110 Millionen Euro, zwei Jahre Planzeit, ein Ziel – Olympia 2036.
Der plan: olympiapark als schlachtfeld der sterne
Die Wettkämpfe sollen wieder im Olympiastadion stattfinden, jener Arena, in der 1972 Fußballgeschichte schrieb und 2022 Kaul mit 8701 Punkten das Publikum in Ekstase versetzte. Die Sanierung läuft, die Tribünen sollen 2026 fertig sein. Dann würden 2.200 Athleten aus 200 Nationen neun Tage lang um 50 Medaillensets kämpfen. Die Botschaft: Wir sind bereit.
Verena Dietl, die sportpolitische Bürgermeisterin, spricht von „begeisternder WM“ und „internationaler Strahlkraft“. Dahinter steckt kalte Strategie. München will sich mit der WM warmlaufen für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Bewerbung ist kein Selbstzweck, sondern ein Probelauf. Die Kosten teilen sich Stadt und Freistaat Bayern – 53,5 Millionen Euro pro Seite. Die Entscheidung des Weltverbandes fällt im September.

Der haken: ein sommer voller konkurrenz
2031 liegt der Stadt lieber als 2029. Im Sommer 2029 findet bereits die Frauenfußball-EM und das Deutsche Turnfest statt. Der Kalender ist dicht, die Hotels sind teuer, die Infrastruktur am Limit. Die Frage: Reicht das Budget für zwei Mega-Events in zwei Jahren? Die Antwort steht in den Sternen – und in den Excel-Tabellen der Organisatoren.
Für die Athleten ist das Rennen längst gelaufen. Armand Duplantis trainiert bereits auf 6,40 Meter, die 100.000 Dollar pro Zentimeter locken. Für München zählt nur das große Ganze: Die Stadt will die Spiele zurück, koste es, was es wolle. Die Emotionen von 2022 sind Vergangenheit. Nun zählt Politik, Geld und der Traum von Olympia. Der Countdown läuft.
