Muheim entkommt mit blauem auge: roter rauswurf bleibt folgenlos
Miro Muheim darf am Sonntagabend in Bremen wieder ran. Eine Rote Karte im Volksparkstadion, ein Punkt mit zehn Mann – und jetzt: fast nichts. Das DFB-Sportgericht stopft seine Notbremse gegen Augsburg in die minimale Schublade: ein Spiel Sperre, fertig.
Die tat, die nicht richtig weh tut
Minute 64 gegen den FCA. Muheim rutscht, verliert die Kugel, reißt Anton Kade noch um – Aytekin zückt Rot. Die Bilder sahen härter aus als das Urteil: statt der möglichen Drei-Spiel-Sperre verpasst der 28-Jährige nur die Auswärtsfahrt nach Stuttgart. Werder-Spiel? Dabei. Nordderby-Atmosphäre inklusive.
Ein Schlag ins Kontor für den VfB, der auf einen verunsicherten Linksverteidiger gehofft hatte. Stattdessen bekommt er den Schweizer zurück, der in dieser Saison nur einmal fehlte – und dessen Noten-Schnitt 3,89 trotz Aufstiegsstress stabil bleibt.

Der hsv spielt seine karte aus
Intern hatte die sportliche Leitung sofort mit Videomaterial argumentiert: Kade war nicht in voller Ballbesitz-Gewalt, das Foul erfolgte weit vor der gegnerischen Torchance. Der Verband kaufte es ab – oder wollte dem Tabellenzweiten vor dem Endspurt nicht den Rücken brechen. Fakt: HSV-Coach Merlin Polzin kann weiter auf seine Dauerlauf-Maschine bauen, vier Vorlagen stehen bereits in der Statistik, ein Tor fehlt noch.
Muheim selbst schwieg nach dem Spiel, ließ seinen Berater verhandeln. Am Freitagvormittag kam die SMS: „Freispruch light“. Er wird am Sonntag auf der Bank sitzen, dafür aber in Bremen wieder von Beginn an den Rasen unsicher machen – und genau dort, in der Weser-Stadt, könnte seine fehlende Torbilanz endlich fallen.
Die Liga kennt das Phänomen: Wer in Hamburg aufläuft, bekommt selten mehr als ein Spiel aufgebrummt. Muheim ist nur der jüngste Beleg. Die Konkurrenz wird es nicht freuen: Mit ihm links dribbelt der HSV weiter auf Aufstiegs-Kurs – und Bremen wartet bereits auf Revanche für das 0:3 im November.
