Muheim entkommt mit blauem auge: nur ein spiel sperre nach rot gegen augsburg
Miro Muheim darf aufatmen. Nach seiner Notbremse im Duell mit dem FC augsburg ist der Hamburger Außenverteidiger mit einem Ein-Spiel-Bann davongekommen – und genau das ist der Punkt, der den HSV jetzt vor einem Problem steht.
Die szene, die alles entschied
64. Minute, Volksparkstadion. Muheim verliert den Ball an Anton Kade, grätscht danach, trifft den Gegner, Referee Deniz Aytekin zückt sofort Rot. Die Rothosen spielen weiter mit zehn Mann, holen am Ende ein 1:1. Für Muheim stand zunächst Ungewisses ins Haus – zwei Spiele Sperre? Drei? Das Sportgericht des DFB urteilte nun: eine Partie, nicht mehr. Konsequenz: Der 28-Jährige fehlt nur beim Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart, ist aber pünktlich zum Nordderby in Bremen zurück. Ein Schlag ins Gesicht für alle, die dachten, der HSV müsse nun improvisieren.
Der Schritt ist logisch, aber nicht ungefährlich. Muheim ist in dieser Saison gesetzt wie ein festgeschraubter Bolzen: 27 Bundesliga-Einsätze, vier Vorlagen, eine Note von 3,89 – solide, konstant, unverzichtbar. Genau das macht die Sache brisant. Ein einziges Spiel ohne ihn gegen Stuttgart – das klingt machbar. Doch Trainer Merkur (oder wer auch immer gerade das Zepter schwingt) muss nun umdenken, neue Reize setzen, ohne den Linksfuß, der die Seite bislang straffte. Die Lücke wirkt größer, als die Statistik vermuten lässt.

Warum bremen jetzt noch wichtiger wird
Die Rückkehr im Weser-Stadion ist mehr als ein Derby – es ist ein Gradmesser. Muheim wird mit frischen Beinen und Rückenwind antreten, der Gegner mit der Gewissheit, dass der HSV seine Top-Elf aufbieten kann. Die psychologische Wirkung ist nicht zu unterschätzen: Drei Punkte dort, und die Roten haben den Rückschlag aus Stuttgart längst abgeschüttelt. Verlieren sie in Bremen, wird die eine Spiel Sperre plötzlich wie ein Geschenk aussehen, das niemand haben wollte. Die Saison ist kurz, die Entscheidungen fallen im Millisekunden-Takt – und Muheim wird wieder mittendrin stehen, bereit, die Kritik abzuschütteln, die nach einem Foul mit Rot folgt.
Für den HSV heißt es also: eine Woche ohne Leib und Seele links, danach mit voller Kapelle in den Kampf um die Punkte. Die Liga spielt weiter, der Volkspark wird wieder laut sein – und Miro Muheim hat eine weitere Geschichte, die ihn mit Hamburg verbindet. Mehr braucht es nicht, um sich daran zu erinnern, dass Sport manchmal gnädig ist. Diesmal war es genau eine Spieltag lang.
