Mt melsungen verspielt gruppensieg: vardar schickt nordhessen in playoff-gebräu
25:34 – die Zahlen brennen sich in die Nordhessen-Hirne. Mit diesem K.o. gegen HC Vardar verpasst MT Melsungen den direkten Viertelfinal-Ticket und muss am 31. März und 7. April gegen dänische Fredericia erneut ran. Die Skopjaner feiern dagegen die Gruppenkrone.
Die Partie war nach sieben Minuten schon eine Spur zu offen: Vardar zog auf 6:3 davon, MT-Keeper Johannes Bitter schüttelte vergeblich den Kopf. Die Deckung stand zu hoch, die Lücken zu groß – und auf der Gegenseite glänzte Dejan Manaskov mit sieben Treffern. Halbzeitstand 12:17, das war mehr als nur ein Warnschuss.
Trainer parrondo sieht system versagen
Roberto Garcia Parrondo redete in der Kabine von „Zu vielen Ballverlusten im Zentrum“. Tatsächlich: 14 technische Fehler, zwölf davon im Aufbauspiel, verhinderten jede Schlagdurchsetzung. Selbst Julius Kühn fand mit seinem linken Hammer nur drei Treffer – 36 Prozent Trefferquote, weit unter seinem Saison-Schnitt von 58.
In der 49. Minute war die Messe gelesen: 24:30, der Vardar blockte jetzt mit offensiver 5-1-Deckung, ließ keine Kreisläufe mehr durch. Die MT-Anhänger in der Rothenbach-Halle schwiegen, nur noch die 400 mazedonischen Fans skandierten „Va-r-dar!“ bis zum Schlusspfiff.

Playoff-gegner fredericia hat mt-tradition
Der dänische Meister von 2022 kennt sich mit deutscher Härte aus: In der Vorsaison scheiterte Fredericia erst im Halbfinale an Magdeburg. Trainer Jesper Fredin setzt auf rasantes Umschaltspiel, 3:2:1-Abwehr und den 1,98-m-Linksaußen Emil L. Jakobsen, der bisher 67 European-League-Treffer markierte.
MT-Sportdirektor Frank Bergmann nahm die Niederlage mit Humor: „Wir wollten die direkte Route – jetzt nehmen wir halt die Schleichfahrt über Dänemark.“ Doch intern mehren sich die Sorgen: Rechtsaußen Böhm laboriert an der Schulter, Kreisläufer Christoph zog sich eine Oberschenkel-Prellung zu. Beide fallen mindestens zwei Wochen aus.
Die Heimspiel-Termine stehen: 31. März in der Bangshalle, Rückspiel sieben Tage später in der Melsunger Rothenbach-Halle. Karten sind bereits restlos ausverkauft – 4.800 Fans wollen sehen, ob ihre Mannschaft die zweite Chance nutzt oder das europäische Abenteuer abrupt endet.
Fazit: Wer sich gegen Vardar so viele leere Minuten leistet, darf sich nicht wundern, wenn der Gegner die Gruppenkrone klaut. Jetzt heißt es: Abstauben, neu starten – und Fredericia die Leviten lesen. Gelingt das nicht, bleibt von der Saison 2025/26 nur ein müdes „wäre, hätte, könnte“.
