Mourinho zurück zu real? die gerüchteküche brodelt – aber die zahlen sprechen gegen ihn

Florentino Pérez hat genug. Zweimal keine Trophäe, zweimal ein Traineropfer, null Plan. Jetzt soll der Mann her, der Madrid einst wieder auf die Karte brachte: José Mourinho. Der portugiese soll laut „The Athletic“ Favorit auf den Trainerposten bei Real Madrid sein. Ein Déjà-vu mit Beigeschmack.

Die aura ist geblieben, die erfolge nicht

Mourinho trainiert derzeit Benfica Lissabon – und verliert dort trotz ungeschlagener Bilanz fast sicher die Meisterschaft. Drei Spieltage vor Schluss liegt Benfica drei Punkte hinter Porto, das nur ein Remis mehr kassierte. Die Tordifferenz reicht nicht. Ein Novum in der Liga: Erstmalig bleibt eine Mannschaft ohne Niederlage ohne Titel.

Sein letzter Ligaerfolg datiert aus dem Jahr 2015. Seitdem dürfen Fans in London, Manchester, Rom, Istanbul und Lissabon auf seine Fingerzeige warten. Die Conference League 2022 war ein Trostpreis, mehr nicht. Taktisch wirkt Mourinho wie ein Relikt aus einer Zeit, als man noch mit zwei Sechsern und einer harten Presse Meister wurde. Heute regiert das „Chaos“, das Bayern unter Vincent Kompany spielt – und das will Real Madrid auch.

Pérez sucht einen retter, nicht einen reformer

Pérez sucht einen retter, nicht einen reformer

Der Präsident erinnert sich gern an 2010. Barça dominierte, Mourinho kam, schob Guardiola psychologisch vor sich her und holte Copa, Liga und Supercopa. Die Champions League blieb ihm verwehrt, doch das Narrativ hält sich: Er habe die Basis für die spätere Decima-Ära gelegt. Deshalb glaubt Pérez offenbar wieder an ihn.

Intern stößt die Idee auf Widerstand. Casillas und Ramos warfen ihm einst mangelndes Feingefühl vor. Vinícius Júnior und Bellingham sind andere Kaliber als die Garde von einst. Die Umkleidekabine ist jünger, lauter, vernetzter. Mourinho aber brüllt, zerreißt, zementiert. Die Zeitung AS spricht von „Sprengstoffgefahr“.

Die alternative heißt notlösung

Die alternative heißt notlösung

Klopp lehnte ab, Zidane nimmt die französische Nationalmannschaft. Bleibt ein Markt, auf dem nur noch Namen wie Mourinho, Raul oder ein verfrühter Xabi-Alonso-Rücktritt stehen. Pérez könnte also aus Propaganda Realität machen, weil er keine hat. Die Frage ist nicht, ob Mourinho will – die Frage ist, ob Madrid sich selbst damit abfindet, wieder einmal die Zeit zurückzudrehen, statt voranzugehen.

Die Zahlen sind gnadenlos: Sechs Trainerwechsel in neun Jahren, zwei trostlose Saisons, null Konzept. Wenn Mourinho kommt, holt er vielleicht Disziplin, vielleicht einen Pokal, aber er holt keinen Modernitäts­schub. Und genau den braucht Real Madrid, wenn es nicht zum dritten Mal leer ausgehen will.