Motogp rückt katar auf november vor – kalender-puzzle beginnt
Die MotoGP schiebt den Katar-GP auf den 8. November und zieht damit die Notbremse, während die Formel 1 in Bahrain und Saudi-Arabien komplett aussetzt.

Warum valencia jetzt um sieben tage rutscht
Die Entscheidung fällt spät, aber konsequent: Statt am 12. April wird in Lusail erst sieben Monate später gepocht. Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta hatte intern bis zuletzt mit einem Frühjahrs-Start gerechnet, doch die Sicherheitslage im Persischen Golf macht einen Rennbetrieb vor dem Herbst unmöglich. Die Foll-Out-Kosten treffen die Teams doppelt: Flüge und Fracht müssen umgebucht, Hotelblocks storniert. Ein mittlerer MotoGP-Teamchef rechnet für seinen 60-Köpfigen Stab mit Mehrkosten von rund 400 000 Euro – Geld, das eigentlich in Upgrades für die Wintertests fließen sollte.
Portimão und Valencia folgen wie auf Schienen: Portugal rutscht auf den 22. November, Valencia schließt die Saison am 29. November. Die Logistik wird zur Achterbahn: Drei Fly-Away-Rennen in 21 Tagen, dazwischen keine Test- oder Promo-Termale. Mechaniker sprechen bereits vom „November-Marathon“, der die letzten Reserven raubt. Ezpeleta verspricht, den Kalender „so wenig wie möglich“ zu verändern – doch genau das ist passiert: fünf Verschiebungen innerhalb von 48 Stunden.
Die Formel 1 dagegen lehnte Ersatztermine ab. Liberty Media ließ durchblicken, dass man freie Wochen im Herbst für Sprint-Experimente oder neue TV-Formate braucht. Die Königsklasse läuft Gefahr, in der Wüste zu verlieren, was sie in Jahren aufgebaut hat: Sponsoren aus dem Nahen Osten drängen auf Ersatz, doch die FIA zögert. Abu Dhabi als Saisonfinale am 6. Dezember bleibt – ein Fixpunkt, der nicht mehr rückt.
Für die Fans wird es teuer: Flug und Hotel für Katar zum zweiten Mal buchen, viele Streckentickets behalten ihre Gültigkeit – aber nur, wer erneut reist. Die MotoGP-App spült binnen zwölf Stunden 23 000 Umbuchungen durch die Server. Ein deutscher Fanclub hatte ursprünglich 120 Mitfahrer organisiert, nun sind es 78 – der Rest lässt die 250 Euro Eintritt sausen. Die Stimmung? „Verständnis für die Sicherheit, Wut über die Kosten“, sagt Vorsitzender Timo Klemm.
Die Teams wittern eine Chance: Mit Katar im November rückt der Saisonendspurt näher. Wer bis dahon noch im Titelrennen ist, muss in Wüstenhitze und europäischem Novemberregen gleichermaßen liefern. Ducati-Teamchef Davide Tardozzi flüstert: „Die Maschinen werden härter, die Reifen weicher – ein neues Spiel.“ Und ein neues Spiel bedeutet neue Geschichten. Die Saison 2026 ist längst nicht mehr nur eine Frage von PS und Aerodynamik, sondern von Ausdauer – buchstäblich bis zum 29. November.
