Shiffrin schockt are mit dritte-start-nummer und 0,5-sekunden-vorsprung
Mikaela Shiffrin schickt mit Startnummer drei eine Warnung ans Feld – und trifft mitten ins Herz. 0,54 Sekunden liegt sie vor der Konkurrenz, 120 Punkte trennen sie von Jugend-Queen Emma Aicher im Kampf um den großen Kristall. Die Rechnung ist simpel: gewinnt Shiffrin heute, ist die Gesamtwertung vor Weihnachten gelaufen.
Der plan von emma aicher: attackieren statt rechnen
Aicher, erst 20 Jahre alt, fuhr sich mit 51 Hundertsteln Rückstand ins zweite Rennen. Keine Angst, keine Zittrigkeit – nur ein kühles Grinsen. „Ich kenne die Strecke, ich kenne mein Material, ich kenne meine Linie“, sagte sie nach dem ersten Lauf. Die Zahlen? 0,51 Sekunden klingen nach Nachteil, im Slalom kann das ein Torungsunterschied sein.
Wendy Holdener schob sich in die Lauerstellung. Die Schweizerin liegt 0,70 Sekunden zurück, hat aber die Erfahrung von 171 Weltcup-Slaloms im Rücken. „Ich brauche ein perfektes zweites Gefährt“, sagte sie und wischte Schneekristalle aus dem Gesicht. Rang vier reicht ihr, um am Final-Sonntag noch zuzustoßen.

Österreichs truppe: truppe auf podest-kurs, die anderen jagen
Katharina Truppe sicherte sich Rang drei, verlor 0,57 Sekunden und blieb damit als einzige Österreicherin in Schlagdistanz. Dahinter folgt ein Riemenloser: Camille Rast (+1,28) landete auf Platz neun, Melanie Meillard und Eliane Christen rutschten auf die Ränge 20 und 23 – genug für den zweiten Umlauf, nicht genug für Träume.
Die Schweizer Hinterbänkler mussten zuschauen. Janine Mächler fehlte eine Zehntel auf Platz 30, Aline Höpli, Aline Danioth, Nicole Good und Selina Egloff schieden aus. Für sie beginnt die Saison erst 2025.
Der zweite Lauf startet um 13.15 Uhr. Dann zählt nur noch eine Frage: Schiffrins achter Gesamtweltcup oder Aichers erstes großes Kunststück? 120 Punkte Vorsprung klingen nach Sicherheit – auf Eis ist Sicherheit ein Mythos.
