Motogp: china auf dem weg in die königsklasse?
Ein Erdbeben im Motorradsport könnte bevorstehen: China, das bevölkerungsreichste Land der Welt, rüstet für den Angriff auf die MotoGP-Weltmeisterschaft. Lange Zeit ein unbeschriebenes Blatt, deutet alles darauf hin, dass chinesische Fahrer in naher Zukunft um die WM-Krone kämpfen könnten.
Der aufstieg aus dem schatten: chinas motorenrauschen
Die MotoGP-Szene hat sich in den letzten Jahrzehnten globalisiert. Nationalitäten aus aller Welt mischen sich im Kampf um die schnellste Runde. Doch während Brasilien, Japan, Australien und die USA seit jeher fester Bestandteil des Rennkalenders sind, blieb China lange Zeit außen vor. Diese Zeiten scheinen nun gezählt. Die Asia Talent Cup hat zweifellos dazu beigetragen, japanische, malaysische und indonesische Talente hervorzuheben, aber China fehlte die entscheidende Initialzündung.
Doch nun weht ein anderer Wind. Die enge Partnerschaft von Aspar mit CFMoto, einem aufstrebenden chinesischen Motorradhersteller, ist ein deutliches Zeichen. Aspar betreibt zudem eine vielversprechende Nachwuchsschule, aus der bereits jetzt Talente hervorgehen. Ein Name, der aktuell für Aufsehen sorgt, ist Shenbo Sun, der sich im Westen den Namen Eddie Sun gegeben hat – ein typisches Phänomen für chinesische Talente, die in Europa Fuß fassen wollen.
Der 13-jährige Eddie Sun, der in der Umgebung von Barcelona lebt, hat bereits in der Minimotoszene für Furore gesorgt und überzeugt in der spanischen Moto4-Meisterschaft. Sein Debüt mit einem Sieg unter dem Dach des viermaligen Weltmeisters Aspar spricht Bände. “Aspar ist ein großartiges Team, sie haben mir schon viel beigebracht”, so Sun in perfektem Spanisch. Seine Motivation ist klar: “Wir wollen professioneller Fahrer werden und arbeiten hart daran. Ich versuche immer, mich zu verbessern, wenn ich fahre. Das ist es, was ich tue: Motivation und schon ist es getan.”

Cfmoto und aspar: das duo, das china auf die motogp-landkarte bringen könnte
Aspar ist überzeugt vom Potenzial chinesischer Fahrer und sieht die bevorstehende Entwicklung bereits vor sich. “Ja, ein chinesischer Fahrer wird in die MotoGP kommen. Glücklicherweise engagiert sich CFMoto stark, unterstützt die Schule in China und ich hoffe, dass die MotoGP nach China zurückkehrt. Aber es ist nicht nur CFMoto, es gibt jetzt viele Unternehmen in China, die in den Motorsport investieren. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass China im Motorsport aufwacht. China war bisher sehr geschlossen und verkaufte nur kleine Motorräder – hier waren es nur Fahrräder, kleine Stadträder und Autos. Jetzt, zum Glück, seit einigen Jahren, erwacht die Welt des Motorsports und ich finde das sehr wichtig, denn es ist ein riesiges Land, ein enormes Potenzial. Daher hoffe und wünsche ich es mir.”
Die Zeichen stehen gut für eine Rückkehr der MotoGP nach China. Laut Informationen von MARCA gibt es bereits Gespräche über eine Rückkehr auf den umgestalteten Shanghai International Circuit im Jahr 2028. Der Wille ist da, sowohl seit chinesischer als auch seit MotoGP-Seite. Der Aufstieg Chinas im Motorsport ist mehr als nur ein Trend; er ist ein Versprechen für die Zukunft und könnte die MotoGP-Welt für immer verändern. Die ersten Schritte sind getan, und die Welt hält den Atem an, während China sein Motorrad-Vermächtnis schreibt.
