Möstl räumt in wien ab – lemgo jubelt über österreichs keeper des jahres
Der letzte Bundesliga-Ball ist noch nicht richtig kalt, da schlägt der nächste Kracher ein: Constantin Möstl krönt sich in Wien zum „Handballer des Jahres“ und liefert dem TBV Lemgo Lippe einen Titel, den so schnell keiner auf dem Feld erzielen konnte.
264 Paraden, platz fünf – und nun der pokal
Die Jury in Wien ließ keine Sekunde lang überlegen. Möstl habe mit „zahlreichen und teils spektakulären Paraden“ Lemgos Saison geprägt. Faktencheck: In 33 Partien hielt der 24-Jährige 264 Würfe – Quote knapp 30 %. Damit liegt er sogar vor Andreas Wolff und katapultiert sich in eine Liga mit den ganz Großen. Der Verein selbst sprach nach Bekanntgabe nur noch in Superlativen: „Wir sind stolz wie Bolzen“, sagte Geschäftsführer Christoph Becher und klang, als hätte er selbst 90 Minuten zwischen den Pfosten gestanden.
Der DHB-Pokal war das Sahnehäubchen. Final Four, dritter Platz – und überall Möstl, der die Lemgo-Fans mit Reflexen verblüffte, die an Videospiele erinnern. Kein Wunder, dass in der Halle plötzlich österreichische Fahnen schwenkten.

Em-sieg gegen serbien – doch polen stoppt den wm-traum
Für die Nationalmannschaft lief es ähnlich abwechslungsreich. Bei der EM 2026 schlug Österreich Serbien und sparte sich die WM-Vorquali. Doch dann das Playoff-Duell gegen Polen. Hin und Rück – zwei Tore fehlten. Keine Wildcard, kein Ticket. Möstl zuckte mit den Schultern: „Wir haben alles reingehauen, aber gegen Polen reicht eben oft nicht einmal eine Gala.“
Kurz entschlossen blickt er nach vorn. Die Qualifikation zur EM 2028 startet am 4. November im Raiffeisen Sportpark Graz gegen die Türkei. „Norwegen und Georgien warten auch, aber wer schon Lemgo 30 % abverlangt hat, fürchtet kein Duell mehr“, schmunzelt Möstl.
Lemgo jubelt, Wien feiert – und die Bundesliga? Die weiß jetzt, dass sich im Sommer einer der besten Keeper Europas in Lippe eingerichtet hat. Für die Gegner kein Grund zur Freude, für Lemgo ein Grund, direkt an der nächsten Saison zu drehen.
