Moritz seider über die nhl-elite, olympia und den eishockey-halsschutz

Moritz seiders blick auf die weltklasse des eishockeys

In einem Interview mit Sport BILD analysierte Moritz Seider (24) die aktuelle Top-6 im Eishockey. Seine Auswahl für das beste Team der Welt ist beeindruckend: Im Tor sieht er entweder Andrei Vassilevskiy (Russland/Tampa Bay) oder Igor Shesterkin (Russland/New York Rangers). Die Verteidigung würde er mit Quinn Hughes (USA/Minnesota Wild) und Cale Makar (Kanada/Colorado Avalanche) besetzen. Im Sturm setzt er auf das Trio Nathan MacKinnon (Kanada/Colorado Avalanche), Connor McDavid (Kanada/Edmonton Oilers) und natürlich Leon Draisaitl. „Diese Mannschaft hätte etwas“, so Seider überzeugt.

Von erfurt in die nhl: eine ungewöhnliche karriereentscheidung

Von erfurt in die nhl: eine ungewöhnliche karriereentscheidung

Seider, der einzige Verteidiger im deutschen Olympia-Team, erklärt seine ungewöhnliche Karriereentwicklung. „Früher in Erfurt hatten wir nicht genug Spieler für die Verteidigungsposition. Oft mussten wir mit zu wenigen Spielern antreten, daher half ich hinten aus. Das hat von Anfang an gut geklappt und ich bin dabei geblieben.“ Er fügt hinzu, dass die Position als Verteidiger vielleicht schonender für die Knochen sei, auch wenn er dafür mehr blaue Flecken nach geblockten Schüssen kassiert.

Die unterschätzte rolle des verteidigers

Die unterschätzte rolle des verteidigers

Seider betont die Bedeutung der Verteidiger, die oft im Schatten der Stürmer stehen. „Wenn wir eine gute Aktion machen, findet man das nicht unbedingt im Spielberichtsbogen. Aber wir haben den gleichen Anteil am Sieg.“ Er kritisiert, dass die Leistung von Verteidigern oft nur an Punkten gemessen wird, und hebt hervor, dass auch 200 geblockte Schüsse eine beachtliche Leistung darstellen, die intern anerkannt wird, aber oft von außen übersehen wird.

Jj peterka und die olympia-ziele

Jj peterka und die olympia-ziele

Nationalspieler JJ Peterka äußerte sich ebenfalls zu den Olympia-Zielen und der Vorfreude auf das gemeinsame Spiel mit Leon Draisaitl. Er betonte, dass jeder bei Olympia mit Draisaitl spielen möchte. Die Erwartungen an das deutsche Team sind hoch, da es die stärkste Mannschaft aller Zeiten sein soll.

Erich kühnhackl: eine legende des deutschen eishockeys

Ein Blick zurück in die Geschichte des deutschen Eishockeys: Erich Kühnhackl, der „Kleiderschrank auf Kufen“, hatte anfangs kein Geld für eigene Schlittschuhe, brach aber später alle Rekorde auf dem Eis. Seine Geschichte ist ein inspirierendes Beispiel für den Aufstieg durch harte Arbeit und Talent.

Mehr sicherheit auf dem eis: der neue halsschutz

Nach dem tragischen Tod von Adam Johnson, dessen Hals durch eine Kufe aufgeschlitzt wurde, ist bei Olympia erstmals der Halsschutz vorgeschrieben. Seider begrüßt diese Maßnahme: „Wenn man ein Risiko dadurch ausschalten kann, freut mich das. Leider müssen erst immer solche Unglücke passieren, bevor Maßnahmen ergriffen werden.“ Er äußert sich auch zu Diskussionen über schnittfeste Unterwäsche und Gitterschutz am Helm und plädiert für einen Mittelweg.

Olympia-erinnerungen und kindheitsidole

Seider erinnert sich an seine Kindheit und die Idole, die ihn inspiriert haben: Usain Bolt und Michael Phelps. „Für neun Sekunden stand die Welt still“, beschreibt er die Faszination an Bolts Leistungen. Auch die Dramatik des Biathlons mit Magdalena Neuner hat ihn begeistert. Die Spannung, auf der Schlussrunde noch nach vorne zu laufen, fand er faszinierend.