Morata packt mit seiner vergangenheit: depression und atlético-abschied
Mailand – Alvaro Morata, aktuell im Trikot des FC Como, blickt in einem aufschlussreichen Interview auf eine schwierige Zeit in seiner Karriere zurück. Der Stürmer sprach offen über eine Phase der Depression und seinen Abschied vom Atlético Madrid, der ihn zutiefst belastete.

Der tiefe fall: morata gesteht seine depression
Die Worte des Spaniers, geäußert im Podcast „El camino de Mario“, sind schockierend ehrlich. Morata beschreibt, wie er nach seinem Abschied von Atlético Madrid in eine tiefe Depression fiel. „Ich habe die Kontrolle verloren, nachdem ich ein Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund bestritten hatte“, so Morata. Er benötigte Medikamente, um überhaupt etwas zu realisieren. Die Verwirrung und der Druck waren enorm.
Er erinnert sich an die Hilfe seiner ehemaligen Teamkollegen Koke und Iniesta, die ihm in einer schwierigen Phase zur Seite standen. „In einem Monat bin ich von einem Zustand absoluter Verzweiflung zu einem unerwarteten Triumph – dem Gewinn der Europameisterschaft – gelangt“, erzählt er. Ein Wechselbad der Gefühle, das ihn bis heute beschäftigt.
Morata äußerte zudem Zweifel an der aktuellen Wahrnehmung seines Wirkens bei Atlético: „Ich weiß nicht, welche Meinung der Verein von mir hat. Es schmerzt mich, zu gehen, gerade jetzt, wo ich glaube, dass man mich endlich verstanden und geschätzt hat.“ Die Entscheidung, den Verein zu verlassen, sei ihm schwergefallen und habe vor allem aus einem Gefühl der Schuld resultiert.
Die Rivalität zwischen Atlético und Real Madrid, die in Spanien besonders intensiv ist, wurde ebenfalls thematisiert. „Es ist ungewöhnlich, in Spanien von einem Spieler zu hören, der sowohl für Real als auch für Atlético gespielt hat. In Italien scheint das normaler zu sein“, so Morata. Er verweist auf die Parallelen zu Wechseln in der Geschäftswelt: „Menschen wechseln den Job aus finanziellen Gründen oder persönlichen Gründen. Wir Sportler werden dafür als Verräter abgestempelt.“
Trotzdem schöpft Morata Kraft aus den positiven Begegnungen mit Atlético-Fans. „Wenn ich sie treffe, begrüßen sie mich mit Wärme. Das bedeutet mir unendlich viel.“
Die Offenheit Moratas wirft ein Schlaglicht auf die psychische Belastung, der Spitzensportler ausgesetzt sind, und verdeutlicht, dass auch erfahrene Profis mit persönlichen Krisen zu kämpfen haben. Seine Geschichte ist ein Appell für mehr Verständnis und Unterstützung im Profifußball.
