Monte-carlo-schocker: medvedev zerlegt sich selbst in 49 minuten
49 Minuten. Länger dauerte das Debakel nicht. Daniil Medvedev, die Nummer 10 der Welt, trat am Mittwoch auf Court Rainier III an – und verließ ihn als Wrack. Matteo Berrettini schickte den Russen mit zwei schmerzhaften 6:0 nach Hause, dem ersten Doppel-Bagel gegen einen Top-10-Spieler auf Sand seit zehn Jahren.
Die zahlen, die medvedev verfolgen werden
36 % erster Aufschlag, fünf Doppelfehler, 27 unerzwungene Fehler – Statistiken, die sich wie ein Indizienbericht lesen. Bereits beim Stand von 0:6, 0:2 riss der 28-Jährigen die Geduld, zertrümmerte seinen Schläger und schleuderte ihn in den Mülleimer. Der elektronische Anzeigetafel verhöhnte ihn mit dem 0:8 im Satzspiel.
Berrettini dagegen spielte sich in einen Rausch. Der Italiener ließ kein einziges Game, verwertete selbst halbgare Bälle zu Winnern und servierte so präzise, als hätte er die Linien mit Laser markiert. „Ich habe nur gefühlt, dass der Ball sauber abflog“, sagte er nach dem Match. „Und gleichzeitig sah ich, dass er sich auf Sand völlig verirrte.“

Warum dieser kollaps jetzt wichtig ist
Monte-Carlo gilt als Gradmesser für die Sand-Saison. Wer hier scheitert, dem flögen prompt Fragen nach Form, Fitness und Mentalität um die Ohren. Für Medvedev droht der Vorfall zum Startsignal einer Serie zu werden – er hat die French Open noch vor sich und kaum Matchpraxis auf seiner Hassunterlage.
Berrettini indes feiert nicht nur sein erstes Top-10-Jahr 2024, sondern auch die Rückkehr in die Runde der letzten Acht eines Masters-1000-Events. Ohne Satzverlust. Ohne Gameverlust. Das hatte zuletzt 2013 Rafael Nadal in Madrid hingelegt. Der Vergleich mag hoch gegriffen klingen, aber die Zahlen lügen nicht.
Am Freitag trifft der 28-jährige Römer auf den Sieger der Partie zwischen Alex de Minaur und Jiří Lehečka. Selbst wenn der magische Schwung nachlässt: das Selbstvertrauen ist zurück – und es reist mit ihm nach Rom, Paris und Wimbledon.
