Möller ballert flensburg mit 14 treffern aus der katastrophe – kiel trotzdem zu stark

Der THW Kiel hatte die SG Flensburg-Handewitt schon mit 11 Toren auf dem Gewissen, da trat Lasse Möller in den Ring und verpasste der Machtdemonstration einen Dämpfer. 14-mal zischte der Däne die Kugel im 116. Nordderby ins Netz, verhinderte mit Handball-Extraklasse eine Blamage und zwang die Zebras trotz des 37:33 doch noch zur Schadensbegrenzung.

Was war passiert? Kiel startete wie entfesselt, sprintete nach sieben Minuten zur 4:1-Führung und baute den Vorsprung per 7:0-Lauf bis zur 40. Minute auf 31:20 aus. Die Flensburger Abwehr wirkte wie gelähmt, Andreas Wolff im Tor der „Fördestädter“ kassierte Debakel-Quote. Die Partie schien gelaufen, die Nordmeister auf dem Weg zur Kanterniederlage.

Möller schmeißt sich als ein-mann-armee rein

Doch Möller schaltete auf Krawall-Modus. Linksaußen, Rückraum, Kreis – der 29-Jährige schmetterte aus jedem Winkel. Sein Temposchlag in der 37. Minute zum 29:34 ließ sogar das mitgereiste Flensburger Fan-Block kurz hoffen. „Wir kommen zu schlecht ins Spiel“, sagte er nach Abpfiff, „aber wir zeigen Charakter.“

Die Statistik nagelt seinen Auftritt fest: 14 Tore aus 17 Würfen, 82-Prozent-Quote – persönliche Bestmarke im Bundesliga-Dress. „Ist mir egal“, winkt er ab, „ich würde lieber über zwei Punkte reden.“ Dabei hatte sich Möller selbst vor Jahresfrist noch in der Reha gegen Kreuzband-Plageen gequält. Jetzt liefert er eine Ansage ans Nationalteam-Trainingslager.

Kiel feiert, aber fragt sich trotzdem

Kiel feiert, aber fragt sich trotzdem

Die Zebras jubeln über den Sieg, doch Trainer Filip Jícha warnte: „Wir lassen einen Gegner wieder auf 33:37 heran, das ist nicht die Standards, die wir uns setzen.“ Sein Team kassierte in den letzten zehn Minuten noch sechs Treffer, ohne selbst zu treffen. Die Schonung für Europapokal-Englische Woche? Fehlte nur noch, dass Kiels Rückraum sich verletzt.

Für Flensburg bleibt die Erkenntnis: Ohne Möller wäre die Klatsche zweistellig ausgefallen. Mit ihm aber zieht sich ein Faden durch den Saison-Endspurt – die Mentalität, sich selbst aus der tiefste Krise zu schießen. „Jetzt gucken wir in den Spiegel“, sagt Möller, „und kommen zurück.“ Die Fans werden sich erinnern: Der Däne war nicht nur der Torschützenkönig des Abends, sondern auch der Retter der Ehre.