Mitter krempelt deutschen skisprung: eisenbichler lobt neuen ansatz

Die deutsche Skisprung-Mannschaft hat einen neuen Kapitän: Andreas Mitter übernimmt das Zepter von Stefan Horngacher. Und wie steht der erfahrene Athlet Markus Eisenbichler zu dieser Personalentscheidung? Seine Einschätzung ist eindeutig positiv – und deutet auf einen frischen Wind im deutschen Skisprung-Team hin.

Ein neuanfang nach sieben jahren horngacher

Nach sieben Jahren unter der Leitung von Stefan Horngacher war die Zeit für Veränderung reif. Der Deutsche Skiverband (DSV) präsentierte am Mittwoch Andreas Mitter als neuen Bundestrainer. Ein Wechsel, der laut Eisenbichler, einem sechsmaligen Weltmeister, dringend notwendig war. „Wenn alles gleich bleibt, bedeutet das irgendwann auch auf der Schanze Stillstand“, so der 44-Jährige.

Mitter bringt reichlich Erfahrung mit. Zwischen 2016 und 2018 trainierte er bereits die finnische Nationalmannschaft und war seit 2023 als Co-Trainer an Horngachers Seite tätig. Nun soll er dem deutschen Skispringen seinen eigenen Stempel aufdrücken – und das, so scheint es, mit einem völlig neuen Ansatz.

Fokus auf das fliegen, nicht nur den absprung

Fokus auf das fliegen, nicht nur den absprung

Die Hauptaufgabe für Mitter, so Eisenbichler, besteht darin, eine neue Struktur zu etablieren und den Fokus wieder stärker auf das eigentliche Fliegen zu legen. „Nicht nur auf den Absprung“, betont der ehemalige Athlet. „Werner Schuster und Stefan Horngacher hatten jeweils sehr positive Seiten. Im Rückblick bemerkt man oft erst, was man alles daran hatte.“

Die Trainingsmethoden unter Horngacher waren oft strikt und folgten einem festen Plan. Während einige Athleten darunter profitierten, wünschen sich erfahrenere Springer mehr Freiraum und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Hier könnte Mitter ansetzen, der bereits in seiner aktiven Zeit für seine gestalterische Freiheit bekannt war.

Ein lockerer trainer mit weitblick

Ein lockerer trainer mit weitblick

Was zeichnet Mitter als Person aus? „Er ist immer gut drauf und versucht, auch in schwierigen Situationen, einen Spaß mit ins Training zu bringen“, schwärmt Eisenbichler. „Er ist ein sehr guter Organisator und bewahrt immer den Überblick – das braucht man als Bundestrainer.“ Seine Fähigkeit, die Athleten aufzubauen und das Positive herauszustellen, wird besonders geschätzt. Die Tatsache, dass die Sportler Mitter bereits aus seiner Zeit als Athleten kennen, dürfte den Übergang zusätzlich erleichtern.

Die ersten Wochen im Amt werden zweifellos von viel Arbeit geprägt sein: Telefonate, Organisation, die Zusammenkunft mit den Trainern und die Präsentation seines Konzepts. Der DSV gibt Mitter einen guten Rückhalt, doch der neue Bundestrainer wird sich nicht darauf ausruhen und schon in der ersten Saison Erfolge erzielen wollen. Die Athleten selbst tragen jedoch letztlich die Verantwortung für die Ergebnisse – der Trainer schafft lediglich das bestmögliche Umfeld. Letztlich zählt: Am Ende muss es der Athlet selbst richten.