Milzriss wirft fernsebner raus: europacup-traum zerplatzt wenige tage nach junioren-wm
Matthias Fernsebner flog durch die Luft, landete hart – und mit einem Mal ist seine Saison gelaufen. Der 20-jährige Speedspezialist aus Pinzgau zog sich beim Super-G-Training in Saalbach-Hinterglemm einen Milzriss zu, verpasst das Europacupfinale und damit die letzte Chance, sich für die Weltcupsaison 2026/27 zu empfehlen.
Der sturz, der alles änderte
„Leider bin ich in einem Super-G gestürzt und habe mir dabei einen Milzriss zugezogen“, schrieb Fernsebner am Donnerstagabend auf Instagram. Das Video zeigt ihn auf der Rollbahnschneise, dann rutscht das linke Ski weg, der Körper kippt, die Schneekruste schlägt gegen den Oberbauch. Wenige Sekunden später steht er wieder, aber die Grimasse verrät: Das war keiner dieser Übungsstürze, nach denen man einfach weiterfährt.
Für den Fahrer des SC St. Martin bei Lofer kommt die Verletzung zur Unzeit. Erst eine Woche zuvor war in Mount Saint Anne das Abfahrtsrennen der Junioren-WM abgesagt worden – seine Disziplin, seine Chance, sich in die Köpfe der ÖSV-Seher zu brennen. Nun der nächste Rückschlag.

Operation wohl nicht nötig – aber saisonende trotzdem
Ärzte orten einen inneren Milzriss, der sich voraussichtlich konservativ ausheilt. „Zum Glück sieht es vielversprechend aus“, schreibt Fernsebner. Doch „vielversprechend“ heißt nicht: schnell. Selbst bei stabilem Befund drohen mehrere Wochen Klinik und anschließende Schonung. Das Europacupfinale (9. bis 13. April) ist damit gestrichen, und die Fixplätze für die nächste Weltcupsaison vergeben andere.
Die Zahlen sind gnadenhaft: In diesem Winter fuhr er zwei Europacup-Top-10, beide in Sarntal, beide in der Abfahrt. Genug, um in engere Auswahl zu rutschen, aber nicht genug, um vorzeitig zu entlasten. Jetzt muss er zuschauen, wie Konkurrenten wie Hächsler, Kriechmayr oder Hemetsberger die letzten Punkte einsammeln.

Ein system, das keine verletzten kennt
Der ÖSV-Bewerbungsmodus ist ein kaltes Monster: Wer im Frühjahr nicht startet, fliegt raus. Es gibt kein Injury-Ranking, keine Schonfrist. Fernsebner muss sich im Sommer ins Leistungszentrum zurückkämpfen, auf harten Camps gegenüber Nachwuchsfahrern, die frisch von Siegen zurückrollen. Die Physiotherapeuten nennen das „Return-to-Competition-Race“. Die Athleten nennen es schlicht: Überlebenskampf.
Sein Plan lautete ursprünglich: zwei Wochen Saisonpause, dann Vorbereitung auf die Sommer-Abfahrten in Südamerika. Stattdessen liegt er im Landeskrankenhaus Salzburg, die Atemgymnastik beginnt schon morgen, das Schmerzprotokoll ist streng. Milzverletzungen gelten als tückisch – jeder zweite Sprint, jeder Hustenreiz kann eine Nachblutung auslösen. Die Ärzte werden ihn nicht vor Ende Mai freigeben.
Und trotzdem: Fernsebner klingt, als hätte er schon den nächsten Anlauf im Kopf. „Ich komme stärker zurück“, schreibt er unter das Foto, das ihn mit aufgerissenem Overall und Bluterguss zeigt. Es ist dieselbe Ruhe, die man von ihm kennt, wenn er im Startkorb sitzt – Atemzug, Nicken, los.
Die Saison 2025/26 ist für ihn gelaufen. Aber die Saison danach beginnt schon in der Reha. Mit jedem Atemzug, den er übt, ohne dass die Schmerzpumpe anschlägt, holt er sich ein Stück weg zurück. Der Milz kann man nichts vormachen. Und der Speedski auch nicht.
