Milan-transfer gerät zur farce: krösches absage und die suche nach einer neuen sportlichen führung

Der Mailänder AC Milan steht vor einem Scherz. Was als schnelle Verstärkung der sportlichen Leitung unter dem neuen Trainer Ruben Amorim gedacht war, droht in einem zähen Tauziehen zu enden. Die Verpflichtung des Portugiesen war zwar ein erster Schritt, doch die Suche nach einem geeigneten 'Ceo of Football' – wie ihn der Besitzer Gerry Cardinale nennt – gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Die krösche-saga: ein gebrochenes versprechen

Die krösche-saga: ein gebrochenes versprechen

Im Zentrum des Problems steht Markus Krösche, der Sportdirektor von Eintracht Frankfurt. Der 45-Jährige galt als Wunschkandidat des Milan, und es schien, als stünde einem Wechsel nichts mehr im Wege. Sogar Timmo Hardung, der aktuelle Sportdirektor der Frankfurter, sollte demnach folgen. Doch nun hat Eintracht Frankfurt überraschend die Freigabe verweigert. Die Zeit drängt, denn die Planungen für die neue Saison laufen bereits auf Hochtouren – und die Frankfurter wollen ihren Mann, der maßgeblich am Wiederaufstieg der Mannschaft beteiligt war, trotz der heftigen Kritik der Fans nicht verlieren.

Krösche selbst hatte bereits ein formelles Angebot des AC Milan angenommen, nur um nun, nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen in Frankfurt, zurückzurudern. Ein Wechsel, der offenbar mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen verbunden gewesen wäre, da Krösches Vertrag bis 2028 läuft und er zudem Mitglied des Vorstandes ist. Eine einseitige Kündigung wäre in der deutschen Gesetzgebung kaum möglich gewesen.

Die Suche geht weiter: Flamengo, Fenerbahçe und weitere Kandidaten

Nach dem Ausfall von Krösche muss der AC Milan nun fieberhaft nach Alternativen suchen. José Boto vom brasilianischen Flamengo, der ebenfalls Amorim-Vertrauter ist, rückt ins Rampenlicht. Auch Devin Ozek, der kürzlich Fenerbahçe verließ, wird gehandelt. Sebastian Kehl vom BVB und Jason Ayto vom Brighton sind weitere Namen, die in der Diskussion auftauchen. Letzterer spricht sogar Italienisch, was seine Integration erleichtern könnte.

Die Zeit drängt, denn am 18. Juni ist der Mailänder Klub bereits deutlich hinter dem Zeitplan zurück. Der Wechsel von Amorim, einem Trainer mit klaren Vorstellungen, macht die Situation zusätzlich kompliziert. Der Portugiese ist ohne Unterstützung eines sportlichen Direktors in Mailand angekommen, was die bevorstehenden Aufgaben erschwert.

Die Suche nach der idealen Besetzung für die sportliche Leitung wird sich als eine der größten Herausforderungen für den AC Milan erweisen. Ob Gerry Cardinale und sein Team einen geeigneten Kandidaten finden werden, der Amorims Visionen teilt und die notwendige Erfahrung mitbringt, bleibt abzuwarten. Die aktuelle Lage deutet jedoch auf einen langen und schwierigen Transferprozess hin.