Milano amok: verteidigung muss her, sonst platzt der traum!

Es war ein Schock für alle Milano-Fans: Das Auswärtsspiel in Venedig endete in einer deutlichen Niederlage, und die Scudetto-Träume schweben in Gefahr. Ehemalige Stars wie Roberto Premier warnen: Nur eine grundlegende Überarbeitung der Defensive kann den Turnaround bringen.

Der alte guard blickt zurück: was fehlt, um den titel zu holen?

Der alte guard blickt zurück: was fehlt, um den titel zu holen?

Roberto Premier, einst eine feste Größe bei Olimpia Milano in den glorreichen 80er Jahren, verfolgt die aktuelle Serie-A-Finale mit Spannung. Er kennt die Erfolgsrezepte des Teams aus eigener Erfahrung und äußert sich nun kritisch: „Milano ist immer noch der Favorit, aber die Defensive muss sich dringend ändern.“ Die ersten beiden Spiele im Forum hatten gezeigt, welche Stärke in der Mannschaft steckt, doch das jüngste Spiel in Venedig offenbarte deutliche Schwächen.

Premier erinnert an die Dominanz der frühen 90er: „In den ersten beiden Spielen im Forum hat man gesehen, was eine Euroleague-Mannschaft ausmacht. Milano hat die nötigen Waffen, um solche Partien zu gewinnen: eine starke Defensive.“ Doch in Venedig lief alles schief. „Einfach gesagt, es ist nicht das passiert, was man in den ersten beiden Spielen gesehen hat. 109 Gegentoren in einem Auswärtsspiel sind eine Hausnummer. Milano muss seine Abwehrstrategie überdenken, denn nur so kann der entscheidende Sieg in Spiel vier erreicht werden, besonders wenn es nicht zu Hause stattfindet.“

Die entscheidende Frage ist: Warum der Zusammenbruch im dritten Viertel? „Wenn man in einem 10-minütigen Viertel 36 Punkte zulässt, ist es schwer, das Spiel zu gewinnen. Ob es das erste, dritte oder letzte Viertel ist, spielt keine Rolle. In Venedig geriet Milano in einen Rausch, und weder die Defensive noch der Angriff konnten die Wende herbeiführen.“ Die Situation verschlimmerte sich, da Venezia die Gelegenheit nutzte und weiter Druck ausübte.

Premier vergleicht sich mit Armoni Brooks: „Manchmal sehe ich mich in Brooks wieder, in seiner Fähigkeit, aus Picketsituationen herauszukommen, den Ball zu empfangen und zu werfen, manchmal sogar ohne auf das Korb zu schauen.“ Auch Venezia's Cole wird gewürdigt, obwohl er mit einer Knöchelverletzung zu kämpfen hat.

Die Mannschaft muss die Niederlage vergessen und sich auf Spiel vier konzentrieren. „Es braucht kein Reset. In den Playoffs zählt nur der Sieg – egal ob um einen, zehn oder dreißig Punkte. Milano muss das Spiel als Ausrutscher betrachten und sich mental bestmöglich vorbereiten. Diese Spiele werden mit Köpfchen und einer starken Verteidigung gewonnen.“

Premier sieht Milano immer noch als Favorit: „Absolut. Milano hat die Möglichkeit, Spiel fünf zu Hause auszutragen und verfügt über eine unglaubliche Tiefe im Kader. Physisch und numerisch ist das Team überlegen, auch wenn es am Ende 5 gegen 5 gespielt wird. Die Wechsel werden entscheidend sein, denn Olimpia kann Spieler von der Bank holen, die in anderen Teams Stammspieler wären.“

Ein entscheidender Punkt ist die veränderte Mentalität, die Coach Poeta in das Team gebracht hat. „Er hat den Spielern klar gemacht, dass sie sich gegenseitig unterstützen müssen, sonst geht nichts. Es gibt einen Dialog zwischen Bank und Spielern, und der Trainer muss verstehen, dass die Spieler die Körbe machen müssen.“

Premier blickt zurück auf die glorreichen Zeiten von 1986/87, als Milano den Grande Slam holte. „Aber wir können keine Vergleiche ziehen. Unsere Mannschaft war einzigartig.“

Die Wahrheit ist: Milano muss sich jetzt fangen, sonst könnte der Traum vom Scudetto im Sande verlaufen. Die Defensive muss stabilisiert werden, und die Spieler müssen als Team auftreten. Sonst wird Venedig die Party verderben.