Ende der großen investoren-welle: spanischer sport verliert an attraktivität?
Madrid – Die Zeiten scheinen vorbei, in denen ausländische Investoren den spanischen Sportmarkt im Sturm eroberten. Nach einem fulminanten 2022, in dem CVC Capital Partners in LaLiga einstieg, und einer Dekade, in der internationale Investoren in spanische Fußballvereine strömten, dreht sich das Blatt. Die Direktinvestitionen im spanischen Sportsektor sind 2025 drastisch eingebrochen – ein deutliches Zeichen für eine veränderte Marktsituation.
Fitness-boom verliert an schwung
Die jüngsten Regierungsdaten, analysiert von 2Playbook, zeigen einen Rückgang der ausländischen Investitionen um satte 23,7 Prozent auf 179,2 Millionen Euro. Das ist der niedrigste Wert seit sechs Jahren, abgesehen vom pandemiebedingten Ausfalljahr 2020. Besonders hart trifft es den Sektor der Sportaktivitäten, der traditionell über 90 Prozent des ausländischen Kapitals anzog. Hier brach die Investition um 57,3 Prozent ein und belief sich auf lediglich 99,2 Millionen Euro.
Die großen Übernahmen, die den Fitnesssektor in den vergangenen Jahren prägten – wie Providence, das VivaGym kaufte, oder JP Morgan, das Forus übernahm – konnten sich 2025 nicht wiederfinden. Lediglich Sportanlagen erhielten noch mäßige Investitionen in Höhe von 7 Millionen Euro, während Fitnessstudios mit nur 1,5 Millionen Euro enttäuschten. Die Luft scheint raus aus dem einst boomenden Fitnessmarkt.

Überraschendes wachstum im sportartikelbereich
Ein Lichtblick gibt es jedoch im Bereich der Sportartikel- und Freizeitvermietung. Dieser Sektor verzeichnete mit einem Anstieg von 1,26 Millionen Euro auf 78,1 Millionen Euro ein bemerkenswertes Wachstum und konnte so die Verluste in anderen Bereichen zumindest teilweise ausgleichen. Der Retail-Bereich, insbesondere nach der kompletten Übernahme von JD Sports über Sprinter und Sport Zone im Jahr 2023, blieb hingegen blass.

Atlético und movistar team ziehen weiterhin investoren an
Dennoch zeigt sich, dass das Interesse an Top-Marken in Spanien ungebrochen ist. Der jüngste Coup war die Beteiligung von Apollo Sports Capital (ASC) am Atlético de Madrid, die den Verein mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet. Apollo hält nun 55 Prozent der Anteile, während Miguel Ángel Gil Marín, Enrique Cerezo, Ares Management und Quantum Pacific Group weiterhin kleinere Beteiligungen besitzen. Diese Investition sichert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Vereins, sondern ermöglicht auch die Finanzierung des ambitionierten Ciudad del Deporte-Projekts.
Auch der israelische Investor Quantum Pacific Group zeigte weiterhin Interesse am spanischen Sport und erwarb 43 Prozent des Movistar Teams. Ziel ist es, die finanzielle Basis des Radsportteams zu stärken, um mit den internationalen Spitzenclubs mithalten zu können. Die klare Mehrheit der Investoren spricht weiterhin Englisch: Großbritannien führt mit 108 Millionen Euro, während die USA mit 10,8 Millionen Euro einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Ära der unbegrenzten ausländischen Investitionen im spanischen Sport ist vorbei. Ob diese Entwicklung ein vorübergehendes Phänomen ist oder den Beginn einer nachhaltigen Veränderung markiert, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass sich die Investoren nun selektiver präsentieren und verstärkt auf etablierte Top-Marken setzen.
