Milan schlägt inter – estupiñán trifft, füllkrug bleibt ein phantom

San Siro bebte, der Titelkampf in der Serie A lebt. AC Milan schlug Stadtrivale Inter Mailand 1:0 und schnürt dem Tabellenführer die Schuhe so fest, dass der Meister plötzlich stolpert. Der ecuadorianische Außenbahnspieler Pervis Estupiñán schockte die Nerazzurri mit seinem ersten Treffer im rotschwarzen Dress.

Estupiñán trifft, inter taumelt

Die 35. Minute war alles, was Milan brauchte. Nach einer kurzen Ecke schlenzte Estupiñán den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck. Yann Bisseck, in der Innenverteidigung gefordert, sah dem Schädelchen machtlos hinterher. Mit dem Sieg rückt Milan auf 60 Punkte vor, liegt aber noch sieben Zähler hinter Inter. Die Statistik aber spricht für die Rossoneri: sieben Derbys in Folge ohne Niederlage, drei Siege am Stück ohne Gegentor.

Derweil bleibt Niclas Füllkrug eine Randfigur. Der deutsche Nationalstürmer kam erst in der 73. Minute, lief 17 Mal für Deutschland auf, aber in Mailand darf er meist nur die letzten Minuten vertrödeln. Ein Jokertor seit Winter steht in der Bilanz, doch diese Quote reicht Julian Nagelsmann offenbar nicht. Bundestrainer und Stürmer hatten zuletzt telefoniert, das Fazit des Coaches: „Wenn du nicht spielst, kann ich dich kaum berücksichtigen.“

Milan wendet die machtverhältnisse

Milan wendet die machtverhältnisse

Noch vor Wochen schien der Scudetto an Inter vergeben. Jetzt rüttelt Milan an der Vorstellung einer Ein-Mann-Show. Die Lücke beträgt zwar weiter sieben Punkte, aber die Nerazzurri müssen in den letchten acht Spielen erstmals wieder Druck vertragen. Trainer Simone Inzaghi schwieg nach Abpfiff länger als sonst, während Paulo Fonseca strahlte: „Das Derby ist mehr als drei Punkte, es ist eine Ansage an ganz Italien.“

Für Füllkrug bleibt die Frage, wie lange er Joker bleiben will. Milan reist nächste Woche nach Bologna, dann folgt ein Viertelmonat mit sieben Partien. Wer sich da nicht einklinkt, verpasst nicht nur Tore, sondern vielleicht auch die Ticketmaschine nach Nordamerika im Sommer. Die Uhr tickt – und sie tickt lauter als das Derby-Geschrei.