Milan schlägt im kolosseum zu – vingegaard krönt sich zum triple-könig

Rom bebt, und es sind keine Gladiatoren, sondern Räder, die den Circus Maximus zum Toben bringen. Jonathan Milan jagt mit letzter Kraft durch die engen Gassen der Ewigen Stadt, setzt sich im Sprint gegen Giovanni Lonardi und Paul Penhoet ab und reißt die Arme in den Himmel. Die 21. Etappe des Giro d’Italia 2026 ist sein – und nur ein Fußnote für Jonas Vingegaard.

Vingegaard nur noch beifahrer

Vingegaard nur noch beifahrer

Der Däne rollt mit 5:22 Minuten Polster über die Ziellinie, lässt sich die letzten 131 flachen Kilometer vom Feld führen und schreibt Geschichte: Tour, Vuelta, Giro – alle drei großen Rundfahrten gewonnen. Nur acht Fahrer schafften das zuvor. Kein Angriff, kein Risiko, nur souveräne Kontrolle. Felix Gall wird Zweiter, Jai Hindley komplettiert das Podium.

Milan hingegen liefert das Spektakel, das sich die Italiener erträumt hatten. 65 km/h Spitze im finalen Kilometer, vor den Trikoloren der Römer Ruinen, vor der Kulisse des Kolosseums. Die Menge tobt, als hätte ein Gladiator gerade einen Löwen erlegt. Lidl-Trek feiert den Heimsieg, während Visma-Lease a bike das Rosa Trikot sicher einpackt.

Die Würdigung steht noch bevor: Vingegaard kann sich jetzt auf Frankreich vorbereiten – mit dem Triple im Rücken, das ihn in die Riege von Merckx, Hinault und Contador katapultiert. Milan wiederum hat den Tag der Tage erlebt, auf den er ein ganzes Leben lang zurückblicken wird. Die Straßen Roms tragen heute zwei Namen: Milan und Vingegaard – der eine für den Sieg, der andere für die Ewigkeit.