Miami schlägt zurück: monumentaler trump wirft 4,5-meter-schatten auf den blue monster-return
Zehn Jahre nach seinem letzten PGA-Tour-Auftritt öffnet der Blue Monster von Trump National Doral wieder die Tore – und begrüßt die Golfelite mit einem Gast, der die Range lauter macht als jeder Driver. Direkt hinter der Übungsfläche thront eine 4,5 Meter hohe, goldüberzogene Bronze-Statue des 47. US-Präsidenten: Donald Trump, Faust erhoben, wie nach dem Attentat vom Juli 2024. Die Spieler nennen sie schon jetzt „Das 19. Grün“.
Scheffler & co. müssen sich das rampenlicht teilen
Scottie Scheffler, Cameron Young, Collin Morikawa – alle sind angereist, um beim Cadillac Championship Punkte für die Designated-Events-Rangliste zu sammeln. Doch wer auf dem Weg zum Abschlag der Range schaut, starrt nicht auf die Weltnummer eins, sondern auf das glänzende Koloss, das die Sonnenreflexe in die Augen der Caddies wirft. Die Organisatoren rechnen damit, dass die Figur diese Woche mehr Selfies generiert als die Top-Ten der FedExCup-Tabelle zusammen.
Bestellt wurde das Monument von der Kryptowährungs-Community $PATRIOT, gegossen vom Bildhauer Alan Cottrill. Fertigstellung und Aufstellung brachten das Resort noch einmal zusätzlich in die Schlagzeilen – kurz bevor die weltbesten Golfer eintrafen. Für Trump ist der Ort ohnehin Familiengeschichte: Als Kind verbrachte er hier Urlaub, später kaufte er 2012 das bankrotte Doral Resort für 150 Millionen Dollar, steckte weitere 250 Millionen in die Sanierung und machte aus dem Blue Monster einen 7.600-Yard-Giganten, der die Pros noch heute ins Schwitzen bringt.

Doral kehrt zum 56. mal auf den tour-kalender zurück
Das Turnier feiert Comeback als Designated Event – das bedeutet 20-Millionen-Dollar-Prize-Money und Startrecht nur für die Crème de la Crème. Die Fairways sind breiter geworden, die Grüncomplexe trickserischer, und der berühmt-berüchtigte 18. Bunker am Wasser wartet wieder auf neue Opfer. Wer die Runde rettet, darf sich trotzdem nicht zu früh freuen: Im Clubhausfoyer wartet bereits die nächste Trump-Attraktion, ein interaktives Display, das die Renovierungsarbeiten der vergangenen zwölf Jahre in Zeitraffer zeigt.
Die Spieler lachen, schütteln den Kopf, zücken das Handy. „Man muss es einfach dokumentieren“, sagt ein europäischer Pro vor dem Pro-Am, „sonst glauben die Jungs daheim nicht, dass der Mann uns auf der Range zulächelt.“ Die PGA Tour selbst hält sich bedeckt: Weder die Pressemitteilung noch der Turnierguide erwähnen die Statue – ein Verdacht auf Political-Correctness, der in den Sozialen Medien für hitzige Debatten sorgt.
Am Donnerstag geht es los. Die Wetter-App verspricht 28 Grad Celsius und leichte Brise. Perfekte Bedingungen – nicht nur für lange Drives, sondern auch für Fotos mit goldener Kulisse. Wer am Sonntag die Trophäe in die Höhe stemmt, darf neben 3,6 Millionen Dollar Preisgeld mit einem zusätzlichen Souvenir rechnen: dem wohl ungewöhnlichsten Hintergrundfoto der Saison. Die Tour kehrt zurück nach Miami, und Miami antwortet mit Trump im XXL-Format. Mehr „Welcome“ geht nicht.
