Medvedev zertrümmert schläger und karriere-bilanz in monte carlo
Daniil Medvedev schlug sechsmal zu, dann war die Rackete nur noch Schrott – und seine Gegenwart auf dem Court ein Trümmerfeld. Beim 0:6, 0:2 gegen Matteo Berrettini im zweiten Durchgang des Masters 1000 von Monte Carlo verlor der Russe nicht nur den Ball, sondern auch die Kontrolle.
Das Publikum im „Rainier III.“ quittierte jeden Schläger-Impact mit einem höhnischen Olé. Die Szene war so surrealer Theaterrealismus: ein Ex-Weltranglistener, der sich selbst zum Clown macht, während Berrettini am anderen Netzpfosten wartet und kaum noch schwitzen muss.
Die zahlen, die wehtun
6:0, 6:0 – das ist die höchste Niederlage, die Medvedev in 516 Einzelmatches auf der ATP-Tour jemals kassierte. 55 Minuten reichten dem Italiener, um den Russen in Grund und Boden zu spielen. Kein einztes Breakballchen, kein einztes gewonnenes Aufschlagspiel im zweiten Satz. Statistisch gesprochen war das keine Runde, sondern ein Freilos mit Live-Publikum.
Der Code-Violation wegen „racket abuse“ folgte prompt, doch das Urteil der Zuschauer war längst gefällt: Buhrufe begleiteten Medvedev bis unter die Dusche. Auf Social Media kursiert bereits ein Loop-Video der sechs Schlägerwürfe – mehr Reichweite hatte der 27-Jährige an diesem Tag nicht zu bieten.

Was jetzt für den ehemaligen weltranglistenführer auf dem spiel steht
Mit dieser Vorstellung rutscht Medvedef auf Rang 5 der Live-Weltrangliste, die Frage nach seiner mentalen Belastbarkeit aber tiefer. Clay war nie sein Liebling, doch eine Doppelnulleiste auf diesem Niveau nagt an jedem Selbstverständnis. Der Saisonstart auf Hartplatz lief noch solide, doch wer in Monaco so leer auftritt, verschenkt wertvolle Punkte vor Roland Garros.
Berrettini dagegen feiert sein erstes Match nach der fünfwöchigen Verletzungspause – und wie. 22 Winner, nur 8 unerzwungene Fehler, ein First-Serve-Prozentwert von 73 %. Der Italiener selbst wirkte nach dem letzten Punkt fast ein wenig verlegen angesichts der Geschenke, die ihm der Gegner machte.
Das Turnier geht für Medvedev vorbei, das Echo bleibt. Seine Racket-Attacke war mehr als eine Momentaufnahme – sie war ein Spiegelbild eines Spielers, der gerade seinen Weg im roten Staub verliert. In der Pressekonferenz sprach er von „peinlich“ und „nicht erklärbar“. Für den Rest der Clay-Circuit gilt: erst recht nicht mehr erklärungsbedürftig, wenn so ein Kollaps Wiederholung findet.
