Mbappés comeback: tor gegen brasilien, titelwut und ein wort an die kritiker

Kylian Mbappé war nur 32 Minuten auf dem Rasen des Gillette Stadiums, aber das reichte. Mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Brasilien bremste der Franzosen den Freundschafts-Hype der Selecao und schickte Les Bleus auf Siegkurs – und sich selbst zurück in die Titelspur.

27 Minuten im derby, ein tor in boston – und jetzt: vollgas

Nach fünf verpassten Pflichtspielen wegen einer Oberschenkelblessur war Mbappé zuletzt nur Joker im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Manchester City und im Stadtderby gegen Atlético. Gegen Brasilien nun wieder von Anfang an – und sofort zur Stelle. Sein Linksschuss aus 14 Metern war der erste französische Schuss aufs Tor, die Antwort auf fast zwei Monate Zwangspause und auf die Frage, ob der 27-Jährige nach seiner verspäteten Real-Premiere noch die alte Schnelligkeit besitzt.

Die Antwort lautet: ja, aber mit klarer Marschroute. „Der beste Weg zur WM in Form ist es, mit Real Madrid alles zu gewinnen“, sagte Mbappé nach dem 3:1-Sieg im Exklusiv-Interview mit Téléfoot. Gemeint sind LaLiga und die Champions League – und damit jene zwei Trophäen, die seit Cristiano Ronaldos Abgabe 2018 auf Madrid warten.

Kritik? „hier haben sie sogar cr7 zerlegt“

Kritik? „hier haben sie sogar cr7 zerlegt“

Die Medien in Spanien und Franken hatten den Superstar zuletzt als „zu laufintensiv, zu ideenarm“ kritisiert. Mbappé lässt das abprallen. „Bei Real Madrid haben sie jeden beschossen, sogar Cristiano Ronaldo. Warum sollte ich eine Sonderbehandlung erwarten?“ sagt er und lacht dabei nicht. „Das ist kein Klub, das ist eine Religion. Wenn du hier spielst, musst du liefern – und ich liefere gerne.“

Die Zahlen sprechen für ihn: Drei Tore in den letzten beiden Einsätzen, 18 Liga-Tore trotz zweimonatiger Pause, 8 Assists in der laufenden Champions-League-Saison. Sein letztes Ligaspieltor datiert vom 8. Februar – dem 2:0 gegen Valencia, kurz bevor ihn die Verletzung stoppte. Nun will er in den letzten sieben Liga-Spielen und mindestens zwei Champions-League-K.o.-Runden den Turbo ziehen.

Der countdown läuft: 90 tage bis zur wm, 60 tage bis zum finale in madrid

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Die WM 2026 in USA, Mexiko und Kanada rückt näher – und mit ihr die Erwartung, dass Mbappé endlich die Nachfolge von Zidane und Henry als Weltmeister-Kapitän antritt. „Ich bin 27, kein Junge mehr. Die nächste WM ist meine dritte, aber die erste als Führungsspieler. Ich will sie mit dem Pokal beenden, nicht mit einer Ausrede“, sagt er.

Real-Coach Carlo Ancelotti plant bereits mit ihm als vertikale Spitze in einem 4-3-3, das Vinícius und Rodrygo enger an die Box zieht. Die Chemie stimmt – und das weiß auch der Gegner. In der Champions-League-Viertelfinal-Auslosung am Freitag wird Madrid zum Favoriten gezählt, egal ob Arsenal, Bayern oder Barcelona wartet.

Mbappés Fazit nach 90 Minuten in Boston: „Ich bin wieder da. Und ich habe nicht vor, zu warten.“ Für Real, für Frankreich – und für alle, die dachten, die Krone wäre abgefallen.