Max wegner beendet mit 36 jahren karriere – und plant sein comeback als coach
Max Wegner wird aufhören, um nie wieder aufzuhören. Nach zwölf weiteren Regionalliga-Spielen für SSV Jeddeloh legt der 36-Jährige die Fußballschuhe still – nicht weil der Körper nein sagt, sondern weil der Kopf für das Examen im Physiotherapie-Studium frei bleiben muss. Die Liga verliert einen Spieler, der noch längst kein Abschiedsspieler war.
Wegner traf in dieser Saison siebenmal in 18 Partien, lief 90 Minuten nonstop und schoss seine Mannschaft mit Toren wie gegen den VfL Osnabrück (4:3) in den Pokal-Halbfinale-Himmel. „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“, sagt er – und meint damit nicht nur das nächste Tor, sondern den ganzen Tag, an dem er sich zum ersten Mal fragt, ob er nicht besser die Seitenlinie entlangläuft.
Der pokal soll die krönung werden
Am 15. April empfangen die Jeddeloher den Drittligisten TSV Havelse. Wegner: „Es wäre die Krönung, wenn ich meine Karriere mit dem Pokalsieg beenden könnte.“ Der Satz klingt wie ein Drehbuch, doch wer den Kapitän kennt, weiß: Er meint es ernst. Seit 2022 trägt er das Armband, das ihn zum Aufstiegshelden im Marschwegstadion machte. Sein Kopfball gegen BFC Dynamo bescherte Oldenburg nach 25 Jahren den Wiederaufstieg – ein Tor, das in der Huntestadt seither in Schulhof-Gesprächen zitiert wird.
Trainer Björn Lindemann schüttelt nur den Kopf: „Max war und ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Körperlich ist er immer noch auf einem sehr guten Niveau.“ Die Zahlen sprechen für sich: 124 Drittliga-Einsätze, zwei Kurzeinsätze im Bundesliga-Kader von Werder Bremen, Stationen in Aue, Meppen, Essen – und überall dieselbe Konstanz, die ihn heute noch sprinten lässt, als sei er 26, nicht 36.

Praktikum bei werder – und vielleicht erste coaching-schritte
Den Fußball wird er nicht los. Im Herbst absolviert er zehn Wochen Praktikum bei Werder Bremen, diesmal nicht als Spieler, sondern als angehender Physiotherapeut. Die U 23, einst seine Bühne, wird zum Arbeitsplatz. „Ich habe sehr viel gesehen und erlebt. Davon möchte ich gerne etwas weitergeben“, sagt er – und klingt dabei schon wie jemand, der weiß, dass die nächste Karriere nur einen Schritt entfernt wartet.
VfB-Coach Dario Fossi, mit dem er einst in Wilhelmshaven kicken und später in Oldenburg siege, hat die Rechnung ohne Wegners Zukunft gemacht. „Ich dachte, dass er noch ein paar Jahre spielen wird“, sagt er lachend, „aber Max denkt immer einen Tick weiter.“ Gemeinsam schrieben sie Geschichte – und vielleicht schreiben sie bald weiter, diesmal mit Wegner in der Coaching-Zone und Fossi als Mentor.
Bis dahin bleiben noch 12 Liga-Spiele und ein mögliches Pokalfinale. Wer Wegner kennt, weiß: Er wird jeden Meter laufen, jeden Zweikampf riskieren und dann, wenn der Schiri pfeift, das Trikot über den Kopf ziehen – nicht aus Erschöpfung, sondern aus Liebe. Die Schuhe hängt er nicht an den Nagel, er stellt sie ordentlich ins Regal. Irgendwann holt er sie wieder heraus, um jungen Spielern zu zeigen, wie man Tore schießt, die ein ganzes Stadion zum Toben bringen.
