Mavs im freien fall: können sie noch die kurve kriegen?
Dallas – Die Dallas Mavericks, einst gefürchtet und auf dem Weg zum Titel, präsentieren sich aktuell als Schatten ihrer selbst. Der Absturz ist dramatisch, die Zukunft ungewiss. Kann die Franchise diesen Tiefpunkt überwinden und wieder zu alter Stärke zurückfinden?
Ein blick zurück: der glorreiche frühling von 2022
Kaum zwei Jahre sind vergangen, seit die Mavericks in den NBA-Finals gegen die Boston Celtics um die Meisterschaft kämpften. Damals dominierte ein physisches Lineup um Luka Dončić und Kyrie Irving, das von Analysten als „das beste offensives Backcourt der NBA-Geschichte“ bezeichnet wurde. Doch diese Ära scheint endgültig vorbei. Die Niederlagen gegen die New Orleans Pelicans und die Milwaukee Bucks, selbst ohne Giannis Antetokounmpo, offenbarten tiefgreifende Probleme.
Die Gründe für diesen Fehlstart sind vielfältig und führen letztendlich auf einen fatalen Tauschhandel zurück: Der Deal, bei dem Luka Dončić gegen Anthony Davis abgegeben wurde, nagt weiterhin an der Franchise. Cooper Flagg, der Rookie, präsentiert sich zwar als Hoffnungsschimmer, doch er kann den drohenden Absturz allein nicht verhindern. Die Starting Five der letzten Spiele ist eine Mischung aus Überresten des Final-Teams, Notlösungen und jungen Talenten – ein deutliches Zeichen für die tiefe Krise.
Die finanzielle Lage verschärft das Problem. Irving's lukrativer Vertrag, zusammen mit den Verträgen von Washington, Thompson, Gafford und Martin, binden erhebliche Ressourcen und schränken den Spielraum für neue Transfers ein. Insbesondere Washington stellt ein Dilemma dar: Er ist ein solider Rollenspieler, der für Physis sorgt, aber seine Treffsicherheit ist verbesserungsbedürftig, und die Abstimmung mit Flagg ist noch nicht optimal. Es ist gut möglich, dass Dallas ihn in der Offseason abgeben wird.

Die suche nach einem neuen gm: bob myers im visier?
Nach dem Aus von Nico Harrison steht die Mavericks-Franchise vor der dringenden Aufgabe, einen erfahrenen General Manager zu finden. Patrick Dumont, der Besitzer, hat bereits einige Namen auf seiner Liste, darunter Bob Myers, der langjährige Erfolgskampagnenleiter der Golden State Warriors. Doch Myers‘ Verpflichtung ist alles andere als sicher, da er aktuell noch bei Harris Blitzer Sports & Entertainment tätig ist und seine kalifornische Heimat verlassen müsste. Auch Sam Presti von den Oklahoma City Thunder, Brad Stevens von den Boston Celtics und Tim Connelly von den Minnesota Timberwolves stehen auf Dumonts Wunschliste.
Die Mavericks müssen kreativ sein, um aus ihrer prekären finanziellen Situation auszubrechen. Die Traded Player Exception (TPE) über 20,8 Millionen Dollar, die Mid-Level Exception (MLE) über 15 Millionen Dollar und die Bi-Annual Exception (BAE) über 5,5 Millionen Dollar bieten zwar gewisse Möglichkeiten, doch sie sind begrenzt. Die Vergangenheit, insbesondere der Tausch von Dončić, lastet schwer. Die Umstrukturierung des Teams erfordert Zeit und Geduld, und ein sofortiger Erfolg ist unwahrscheinlich. Der Fokus muss auf der Entwicklung junger Talente, insbesondere Cooper Flagg und Lively, liegen.
Die Rückkehr von Kyrie Irving nach seiner Verletzungspause könnte eine Erleichterung darstellen, doch er muss seine Form finden und die Last von Flagg nehmen. Die Mavericks benötigen dringend einen zuverlässigen 3-and-D-Spieler, der das Spiel öffnet und für mehr Balance sorgt. Naji Marshall, obwohl ein wertvoller Sixth Man, wird wohl kaum ein konstanter Schütze mehr werden. Ein neuer Vertrag für Bagley, um ihn als Backup für Lively zu etablieren, und die Rückholung von Middleton zum Veteranenminimum wären sinnvolle Schritte.
Der kommende Draft bietet eine weitere Chance, das Team zu verstärken. Ein Top-Rookie wie AJ Dybantsa oder Darryn Peterson könnte das Fundament für die Zukunft bilden und gemeinsam mit Flagg eine neue Ära in Dallas einläuten. Die Mavericks stehen vor einer gewaltigen Herausforderung, doch mit klugen Entscheidungen und einer Portion Glück können sie den Abwärtstrend stoppen und wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.
Die Saison 2024/25 könnte ein entscheidendes Jahr für die Mavericks werden. Vieles wird davon abhängen, ob die Führungsebene die richtigen Entscheidungen trifft und ob die jungen Talente ihr Potenzial ausschöpfen können. Die Zeit drängt.
