Matthews' saison vorbei – gudas' knie-check sorgt für eklat in toronto

Die Maple Leafs verlieren nicht nur ein Spiel, sie verlieren ihren Superstar. Auston Matthews fällt mit einem Innenbandriss und einer Oberschenkelprellung im linken Knie aus – und mit ihm jede Hoffnung auf die Playoffs. Radko Gudas rammte ihn mit voller Wucht, Toronto reagiiert mit blanker Wut.

Der moment, der alles änderte

Mitte des zweiten Drittels, volle Geschwindigkeit, beide Spieler streben auf das Puckduell zu. Gudas senkt das Körpergewicht, das rechte Bein schießt nach vorne – Treffer ins Knie. Matthews bleibt liegen, die Air Canada Centre wird still, dann tobt der Protest. Matchstrafe für Gudas, fünf Spiele Sperre folgen. Leafs-Trainer Craig Berube spuckt nach dem 6:4 gegen Anaheim Gift: „Vier Mann standen neben ihm, keiner hat reagiert. So etwas darf nicht passieren.“

Die Statistik ist gnadenlos: Toronto liegt im Osten mit 62 Punkten auf Rang 14, nur noch ein mathematischer Hauch von der Wildcard. Matthews selbst hatte 38 Tore und 31 Assists auf dem Konto, war Anker der ersten Powerplay-Unit und emotionaler Anführer. Ohne ihn droht der dritte Frühjahrsurlaub in Serie.

Gudas – serien-täter mit olympia-vergangenheit

Gudas – serien-täter mit olympia-vergangenheit

Das Knie gegen Matthews ist nicht der erste Einsatz des tschechischen Verteidigers, der die Liga in Hits pro Spiel anführt. In Peking rammte er Sidney Crosby so heftig, dass der Kanadier eine Unterkörperverletzung erlitt – und bis heute pausiert. Crosby landete auf der Injured-Reserve, Pittsburgh rechnet frühestens Ende März mit ihm. Ducks-Coach Joel Quenneville verteidigt seinen Schützling: „Keine Absicht, er wollte nur den Puck trennen.“ Die Videosprechstunde der NHL sah das anders: fünf Spiele plus Salärverlust, umgerechnet 386 000 US-Dollar.

Die Maple-Leafs-Kabine brodelt. Matthew Knies zuckt mit den Schultern: „Er hat das schon öfter gemacht, wir hätten ihn stoppen müssen.“ Die Worte klingen wie Selbstverurteilung. Denn genau das ist das Problem: Toronto hat die Muskeln, zögerte aber in der entscheidenden Sekunde. Die Konsequenz: Saison-Ende für den Kapitän, Frust für die Fans.

Die playoffs rücken in weite ferne

Die playoffs rücken in weite ferne

Die Leafs müssen nun ohne ihren 11,6-Millionen-Dollar-Mann auskommen – und das in einem Jahr, in dem die Atlantic-Division so eng ist wie selten. Die restlichen 13 Spiele entscheiden über Ehre oder Schande. General Manager Brad Treliving sitzt auf einem glühenden Stuhl: Verlängert er die Trennung von Kernspielern oder wagt er den Reset?

Für Matthews beginnt derweil der zweite Kreuzbandrehabilitationstanz binnen drei Jahren. Der medizinische Staff spricht von sechs Wochen Schonung, das bedeutet: kein Training auf Eis vor Mai, kein Weltcup im Sommer, vielleicht sogar ein verschobener Vertragsstart, sollte Toronto ihn vor der Trade-Deadline doch noch tauben wollen. Die Gerüchteküche brodelt bereits.

Die Fans vor der Arena skandieren „Fire Gudas“-Sprechchöre, während drinnen die Saison auseinanderfällt. Die Maple Leafs haben 48 Stunden, um sich zu sammeln – dann geht’s nach Boston. Ohne Matthews, ohne Illusionen. Die NHL zeigt wieder ihr hässliches Gesicht: Ein Check entscheidet über Titelchancen, Karrieren und Millionenkassen. Und Toronto steht mit leeren Händen da.