Matthäus: musiala wird zur wm einschlagen – nagelsmann soll schweigen!
Ein Monat vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika macht Lothar Matthäus seiner Zuversicht auf eine erfolgreiche Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft Luft. Der Rekordnationalspieler sieht die Mannschaft gut gerüstet, auch wenn er sie nicht zu den Top-Favoriten zählt. Doch ein Appell gilt vor allem Bundestrainer Julian Nagelsmann: Weniger öffentliche Kritik, mehr Vertrauen in die Spieler.

Die wm-vorbereitung läuft gut – aber musiala muss noch zeigen, was er kann
Matthäus blickt optimistisch auf das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada. „Wir sind nicht der große Favorit“, räumte er im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe ein, „aber wenn wir von schweren Verletzungen verschont bleiben, haben wir eine konkurrenzfähige Mannschaft, die sehr weit kommen kann.“ Die erste Elf von Julian Nagelsmann sei weitgehend verstanden, die Rollen klar verteilt. Besonders im Hinblick auf den jungen Jamal Musiala, der nach seiner langwierigen Verletzung noch nicht in Topform agiert, sieht Matthäus keinen Grund zur Sorge. „Er hat jetzt noch genügend Zeit, unter Beweis zu stellen, dass er wieder der Spieler wird, der er vor seiner Verletzung war“, so Matthäus. „Und dann ist er gesetzt, dann kommt man an ihm gar nicht vorbei.“ Ähnlich sieht es bei Florian Wirtz aus.
Doch Matthäus übt deutliche Kritik an der Kommunikation des Bundestrainers. Das Beispiel Deniz Undav, der trotz seines Siegtreffers gegen Ghana öffentlich kritisiert wurde, verdeutlicht das Problem. „Man darf als Bundestrainer dann nicht sagen, dass Undav gegen Ghana schlecht gespielt hat, bis er das Siegtor geschossen hat. Diese Sätze stören mich. Diese ganzen öffentlichen Erklärungen zu Spielern sollte Julian Nagelsmann besser weglassen.“ Es sei kontraproduktiv, Spieler öffentlich zu demütigen, besonders kurz vor einem so wichtigen Turnier wie der Weltmeisterschaft. Die Spieler bräuchten Rückendeckung und Vertrauen, nicht ständige Kritik.
Die kommenden Testspiele werden zeigen, ob Nagelsmann auf die Ratschläge des Rekordnationalspielers hört. Eines ist jedoch klar: Die deutsche Mannschaft hat das Potenzial, in Nordamerika für Furore zu sorgen – vorausgesetzt, der Bundestrainer findet den richtigen Ton.
Die Zahl spricht für sich: Lothar Matthäus, mit 150 Länderspielen Rekordnationalspieler, weiß, worüber er spricht. Seine Erfahrung und sein Gespür für den Fußball machen seine Aussagen zu einem wichtigen Puffer für die anstehende WM.
