Matanovic schlägt doppelt gegen st. pauli und schickt freiburg mit rückenwind in die länderspielpause

Igor Matanovic kehrte heim, schoss doppelt und schwieg. 13 Jahre trug er St. Paulis Kiez-Trikot, doch als er am Sonntag mit dem SC Freiburg ins Millerntor einmarschierte, war er der Ungebetene. Der 22-Jährige traf beim 2:1 (0:1) der Breisgauer in der 65. und 78. Minute – ein Billard-Tor, ein Abstauber, beide Male verzichtete er demonstrativ auf Jubel. Die Gastgeben blieben nach der Niederlage auf dem Relegationsrang, während Freiburg die Europacup-Träume am Leben hält.

St. pauli dominiert zunächst, doch ein schlenzer kippt die partie

Die erste Hälfte gehörte den Braun-Weißen. Daniel Sinani nutzte in der 24. Minute den zweiten Nachschuss nach einer Ecke, um die verdiente Führung zu markieren. Tomoya Ando hatte den Ball gegen Ginters Deckung entscheidend verlängert, Atubolu war chancenlos. Freiburg wirkte ideenlos, besaß zwar 60 Prozent Ballbesitz, doch Yuito Suzuki und Vincenzo Grifo fanden vor der Pause kein Mittel gegen die dicht gestaffelte Viererkette von Coach Alexander Blessin.

Julian Schuster reagierte zur Pause doppelt: Criyque Irie und Philipp Lienhart kamen, die Raute wurde enger. Die Breisgauer erhöhten das Tempo, pressten früher, und plötzlich stand Vasilj im Fokus. Dreimal hielt der bosnische Keeper binnen fünf Minuten gegen Ginter und Grifo – die Wende lag in der Luft.

Matanovic trifft doppelt und schickt freiburg nach oben

Matanovic trifft doppelt und schickt freiburg nach oben

Der Ausgleich war Glück und Arbeit zugleich: Grifos Schuss prallte gegen Matanovics Oberschenkel und senkte sich unhaltbar unter die Latte. 13 Minuten später wurde Vasilj zur tragischen Figur: Iries eigentlich harmloser Schlenzer rutschte durch die Finger, Matanovic stand goldrichtig und staubte zum Sieg ab. 2:1 – mehr brauchte Freiburg nicht, um die Tabellensituation zu entzücken.

Die Zahlen sprechen für sich: Freiburg klettert auf Platz sechs, nur zwei Punkte hinter Platz vier, während St. Pauli mit 22 Zählern weiter auf dem Relegationsplatz 16 feststeckt. Die Elf von Blessin verlor nach der Pause jede Spielfreude, die letzte echte Chance hatte Manzambi in der 86. Minute – knapp am Außennetz.

Trainerstimmen und ausblick nach der länderspielpause

Trainerstimmen und ausblick nach der länderspielpause

„Wir haben das Gesicht einer Mannschaft gezeigt“, sagte Schuster. „Das Glück haben wir uns erarbeitet.“ Matanovic betonte, „mit diesem Gefühl in die Pause zu gehen, ist extrem wichtig“. Auf der Gegenseite monierte Blessin „merkwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen“ und ein nachlassendes Abwehrverhalten. Die Wahrheit liegt dazwischen: Freiburg war effizient, St. Pauli zu passiv – ein Klassiker der Rückrunde.

Nach der Länderspielpause empfängt Freiburg am Samstag den FC Bayern, während St. Pauli am Sonntag bei Union Berlin ran muss. Für die Kiezkicker wird es eng: Seit sieben Partien warten sie auf einen Sieg, die Abstiegszone ist nur zwei Punkte entfernt. Matanovic hingegen reist mit breiter Brust – und ohne Jubeltrauma – in die Nationalmannschaft. Der Sturm um die internationalen Plätze bleibt offen, aber eines steht fest: Wer zwei Mal trifft und schweigt, der gewinnt.