Martíns schwerer geburtstag: aprilia-blöcker kämpft, aber márquez-acosta-gespann droht

Zwischen Boxengassen-Lärm und Dunstabzug vom Balaton-Seewind knirscht Jorge Martíns Aprilia. Der Madrilene, am Freitag 27 geworden, schluckt statt Kuchen Asphalt-Staub – Tag eins am Hungaroring endet mit einem Platz in Q2, aber mit offenen Wunden in der Einzelrunde.

Die zahlen lügen nicht

4 Aprilia im Top-10, Martín als Fünfter. Klingt solide. Doch wer die GPS-Traces der letzten Trainingsruns studiert, sieht: jede Attacke auf die ideale Linie löst kleine Stotterfeuer an Front und Heck. „Wenn ich ans Limit gehe, erfinde ich Probleme, die vorher nicht da waren“, gesteht der Spanier. Zwischen Sektor 2, wo er perfekt fliegt, und Sektor 4, wo das Heck ruckelt, klafft eine Lücke von zwei Zehnteln – genug für einen halben Startplatz.

Der Vergleich mit 2023 schmerzt: damals qualmte er noch auf der Ducati, jetzt tastet er sich tastend durch die Aprilia-Geometrie. Die gute Nachricht: von der morgendlichen Holperpartie bis zum Nachmittags-Longrun hat er sechs Zehntel Gesamtzeit gefunden. Die schlechte: er muss noch mal drei Zehntel abknabbern, um im Kampf um die Pole nicht nur Zuschauer zu sein.

Márquez und acosta: zwei silhouetten am horizont

Márquez und acosta: zwei silhouetten am horizont

Martín nennt es beim Namen: Marc Márquez und Pedro Acosta sind die Messlatte. Im FP2 rollte er hinter dem Gresini-Honda, merkte, wie der Achtfachweltmeister auf alten Reifen Sektor 3 wie auf Schienen drehte – weg war er. Ein paar Boxengänge später sauste Acosta mit 1:29.9 davon, ein halber Tagesschnitt unter dem Aprilia-Kreis.

„Ich bin froh, dass ich Q2 erreicht habe“, sagt Martín, doch seine Stimme kratzt. Er weiß: Morgen entscheidet sich, ob die Aprilia-Revolution in Ungarn Glaubwürdigkeit bekommt oder ob sie wieder nur der harte Kern hinter Ducati-Kawasaki bleibt. Seine Ingenieure haben bis Samstagmorgen 9:55 Uhr Zeit, eine Lösung für das Übergangs-Problem zu finden. Die Uhr tickt lauter als je zuvor.