Márquez: podio in brno – aber titelkampf ist zweitrangig!

Brno – Ein beherztes Dritts-Platz im Sprintrennen des MotoGP in Tschechien, doch Marc Márquez macht keine großen Sprünge. Der Spanier zeigte sich zufrieden, betonte aber, dass der Kampf um die Weltmeisterschaft derzeit nicht im Fokus steht. Stattdessen zählt für ihn nur die eigene Entwicklung und die schrittweise Rückkehr zu alter Stärke.

Konzentration auf die eigene genesung

“Ich weiß nicht, ob diese Punkte für den Titel reichen, aber sie sind wichtig für unseren Prozess“, erklärte Márquez nach dem Rennen. “Auf einer Strecke, die so von Rechtskurven geprägt ist, ein Podium im Sprint zu erreichen, ist ein Ziel, das wir uns gesetzt hatten. Das benötigt weniger Kraft als ein normales Rennen. Jetzt wollen wir langsam weiter aufbauen.” Die wichtigste Erkenntnis des Rennens sei, dass er am Ende noch Kraft hatte, um an die Spitze heranzukommen. “Ich war nah dran”, so Márquez, der sich dabei sicher ist, dass er im Moment noch nicht das Tempo hat, um anzugreifen, da die Unterschiede in den Rundenzeiten minimal sind.

Kein blick auf die konkurrenz

Kein blick auf die konkurrenz

Márquez betonte zudem, dass er sich nicht von den Fehlern anderer ablenken lässt. “Ich wusste von Bezzecchis Sturz, als ich in die Box zurückkam. Das ist nicht mein Ziel. Ich will keine Tafeln oder Bildschirme. Mein Ziel ist es, meine Zukunft zu gestalten, denn wenn ich mich nicht verbessere, bin ich nicht mehr lange dabei. Ich will mich erholen, besser werden, und dazu brauche ich Geduld.”

Die lange distanz am sonntag

Die lange distanz am sonntag

Für das Hauptrennen am Sonntag erwartet Márquez schwierige Bedingungen. “Es wird vermutlich ein Rennen, das von Anfang bis Ende Vollgas erfordert. Die Reifen werden sich nicht so schnell abnutzen wie üblicherweise, was das Rennen noch intensiver macht.” Die Ducati-Werksmannschaft habe ihre Fahrer bereits auf die Verwendung des weichen Reifens hingewiesen, was die Entscheidung für ihn ebenfalls beeinflusst hat. “Wenn du hinter Fahrern mit hoher Reifentemperatur fährst, ist es sehr schwierig.”

Ogura als potenzieller herausforderer

Ogura als potenzieller herausforderer

Mit Blick auf den japanischen Nachwuchsfahrer Ogura äußerte Márquez seine Zweifel. “Ich würde nicht gerne einen Titelkampf mit ihm bestreiten, weil man nie weiß, was in seinem Kopf vorgeht. Er hat dieses gewisse Etwas, und obwohl er noch jung ist, hat er auch schon einmal eine Weltmeisterschaft in Malaysia durch eine sinnlose Aktion verloren. Für morgen ist er meiner Meinung nach der große Favorit, wenn es trocken bleibt.”

Die situation von álex márquez

Die Absage von Álex Márquez für das Rennen kam für Márquez überraschend. “Ich habe ihn vor einer Woche im Fitnessstudio gesehen und mich gefragt, ob er überhaupt fit ist. Nach der ärztlichen Untersuchung wurde er für die Knochenfreigabe freigegeben. Im Fußball kommt es oft vor, dass man zwar fit genug ist, um zu spielen, aber nur die letzten 15-20 Minuten mitmacht. Es ist schwer für einen Fahrer, aufzugeben, aber wenn das Umfeld mitzieht, ist es einfacher, diese Entscheidung zu treffen.”

Am Ende des Sprintrennens zeigte Márquez ein Zeichen der Hoffnung. “Es ist ein weiterer Fortschritt, dass ich am Ende noch Kraft hatte. Um aber um Siege und Rennen zu kämpfen, muss man schon am Freitag im ersten freien Training mit voller Intensität loslegen. Das können wir im Moment noch nicht. Heute haben wir diesen Schritt gemacht.”