Marokko klaut afrika-cup nachträglich – senegal raus, 3:0-urteil schockt

Senegal jubelte bis Dienstag – jetzt ist alles Makulatur. Der Confédération Africaine de Football (CAF) strich den Löwen von Teranga den Afrika-Cup-Sieg nachträglich und schob den Pokar nach Rabat. Grund: Trainer Pape Thiaw hatte seine Mannschaft trotz zugesprochenem Elfmeter für Marokko in die Kabine geschickt. Die Berufungskommission wertete das Verlassen des Rasens als klarer Verstoß gegen Artikel 84 des AFCON-Reglements und setzte das Finale per Urteil auf 3:0 für Marokko fest.

Der moment, als thiaw die katastrophe einläutete

Es war die 118. Minute des Finales vom 18. Januar, als der tunesische Schiedsrichter Haythem Guirat auf Elfmeter für Marokko entschied. Statt seine Spieler in Position zu bringen, winkte Thiaw ab. „Kabine, sofort“, rief er auf Französisch, die senegalesische Elf trottete stolz vom Platz. Die Marokkaner warteten vergebens, die Uhr lief weiter. Als Senegal nach knapp fünf Minuten zurückkehrte, war die Eskalation längst programmiert.

Die CAF ließ das Prozedere keine zwei Tage nach dem Finale Revue passieren. Schon da kursierten interne Memos, in denen die Worte „Regelbruch“ und „Wertung kippen“ auftauchten. Am Dienstag wurde es offiziell: „Das Spiel gilt als 3:0-Walkover für Marokko“, heißt es in dem knapp 400 Wörter langen Communiqué. Weitere Einsprüche sind ausgeschlossen, für Senegal bleibt nur der Weg zum Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

Die folgen: pokal um, prämie weg, image ramponiert

Die folgen: pokal um, prämie weg, image ramponiert

Für die Spieler von Senegal bedeutet das Urteil nicht nur symbolische Demütigung. Die umgerechnet 2,4 Millionen Dollar Siegprämie müssen sie laut CAF-Statut zurückzahlen, dafür kassiert die FRMF nun die Summe plus Bonus für den Titel. Sponsor TotalEnergies kündigte an, die Marketing-Kampagne „Champion of Africa“ umzudrehen – statt Sadio Mané zieren nun Achraf Hakimi und Co. die Plakate vom Senegal bis Tansania.

Und die sportliche Scharte? Trainer Thiaw steht vor dem Rauswurf. Insider berichten, dass der Verband in Dakar bereits eine Krisensitzung einberufen hat. „Sein Verhalten war unprofessionell“, zitiert das Portal „Africa Foot“ einen anonymen Verbandsfunktionär. Selbst Mané, sonst wortkarg, postierte auf Instagram ein schwarzes Bild mit der Zeile „Wir wurden bestohlen“. Die Kommentarspalte flutet binnen Minuten – zwischen Solidarität und Schuldzuweisungen.

Marokko selbst reagiert demonstrativ kühl. König Mohammed VI. lud die Equipe zum Abendessen, doch Sportminister Chakib Benmoussa versuchte in einer TV-Ansprache, die Brisanz abzumildern: „Wir haben nicht gewonnen, wir haben Recht bekommen.“ Die Wortwahl ist bewusst – wer als Gastgeber nachträglich geadelt wird, weiß um die Brisanz. Die Fans in Casablanca feiern trotzdem, als wäre das Finale gestern gewesen. In den Souks wird schon neuer Merchandise gedruckt: „Afrika-Cup 2025 – Champion Marokko“.

Was jetzt auf dem spiel steht

Die Kluft zwischen beiden Nationen wächst. Senegal wirft der CAF parteipolitische Absichten vor, schließlich residiert Verbandschef Patrice Motsepe mit seinen Sponsorenengagements nicht zuletzt in marokkanischen Wirtschaftskreisen. Die CAF wiederum betont, das Urteil sei „endgültig und unanfechtbar“, solange kein CAS-Verfahren anhängig ist. Juristen orten eine 50-prozentige Erfolgsaussicht für Dakar, doch der Zeitplan ist eng: Die Qualifikation für die WM 2026 startet im Oktober, ein Rechtsstreit könnte die Vorbereitung stören.

Für uns Fans bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Sport ist mehr als 90 Minuten – er ist Dramatik, Emotion, Gerechtigkeit. Und manchmal eben auch ein Schlag ins Gesicht derer, die dachten, sie hätten Geschichte geschrieben. Marokko hat den Pokal, Senegal den Scherbenhaufen. Der nächste Afrika-Cup rückt näher, doch dieses Kapitel wird die Löwen begleiten, bis der CAS das letzte Wort spricht. Die Wette gilt: Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Regelwerke und Emotionen aufeinanderprallen.