Marco maier schießt sich zu bronze – china dominiert paralympics-sprint

Marco Maier hat den deutschen Biathlon-Angriff in Mailand angeführt. Der 26-Jährige aus Freiburg blieb an der Schießanlage fehlerlos und fuhr in 19:32,4 Minuten Bronze ein – seine zweite Einzelmedaille nach Silber bei den Spielen 2022 in Peking.

Chinesische doppelführung, deutsche aufholjagd

Gold sicherte sich Jiayun Cai in 18:57,0 Minuten, begleitet von seinem Guide. Silber ging an Xiaobin Liu. Die beiden Athleten aus China setzten sich früh ab und gaben die Spitzenposition nicht mehr her. Alexander Ehler folgte als Neunter auf Rang neun – ein Platz, der dem 29-jährigen Oberstdorfer Selbstvertrauen für die Verfolgung gibt.

Die 7,5-Kilometer-Sprintstrecke forderte Taktik. Kein Gewehr auf dem Rücken, nur fünf Schuss in liegender Position, dafür akustische Zielhilfe für Sehbehinderte. Wer traf, sparte Sekunden. Wer danebenlegte, musste Strafrunden drehen. Maier blieb cool. „Ich wusste, dass Null Fehler das Minimum sind, um vorne mitzufahren“, sagte er nach dem Rennen.

Para-biathlon bleibt ein wettlauf gegen die uhr – und gegen sich selbst

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Die Klassifizierung „stehend“ täuscht. Maier kam mit nur drei Fingern an seiner rechten Hand zur Welt, was die Waffe halten erschwert. Er hat sich eine individuelle Schulungstabelle erarbeitet, trainiert mit reduziertem Visier und nutzt den Ton statt des Zielferns. Kleinigkeiten, die in Mailan den Unterschied machten.

Für das deutsche Team ist Bronze ein Auftaktsignal. Die Verfolgung steht am Samstag an, danach das 12,5-km-Einzel. Mit zwei Top-Ten-Plätzen im Sprint ist der Angriff auf weitere Edelmetalle lanciert. Die chinesische Dominanz? Ein Alarmruf, kein Schicksal. 19 Sekunden fehlten Maier auf Liu – auf 7,5 km eine Marge, die sich im nächsten Rennen schmelzen lässt.