Marburger holt silber trotz infektion – deutschland glänzt bei para-ws

Tesero, 10. März 2026. Sebastian Marburger ist krank ins Rennen gegangen und trotzdem auf dem Podium gelandet. Der 28-Jährige vom SK Wunderthausen holte sich im Klassik-Sprint der stehenden Klasse Silber – und das bei seiner allerersten Paralympics-Teilnahme, mit einem Infekt der oberen Atemwege im Gepäck. Nur 2,7 Sekunden trennten ihn vom Belarussen Raman Swirydsenka, der Gold gewann. Dritter wurde der Franzose Benjamin Daviet.

Ein debüt, das man sich nicht ausdenken kann

Wer in den Tagen vor einem Großereignis kaum atmen kann, gibt normalerweise auf. Marburger nicht. Er lief bei frühlingshaften Bedingungen in Tesero auf Rang zwei – und schrieb damit eine Geschichte, die man sich kaum ausdenken könnte. Für ihn war es die erste Paralympics-Medaille überhaupt. Die wird er so schnell nicht vergessen.

Walter und kazmaier machen das trio komplett

Walter und kazmaier machen das trio komplett

Noch bevor Marburgers Lauf für Schlagzeilen sorgte, hatten Leonie Walter und Linn Kazmaier in der Klasse der Sehbehinderten bereits für Silber und Bronze gesorgt. Walter, 22 Jahre alt und schon mit Bronze im Biathlon-Sprint ausgezeichnet, kam mit Guide Christian Krasman hinter der Russin Anastasija Bagijan ins Ziel. Es war ihre sechste Paralympics-Medaille – eine Zahl, die für ihr Alter schlicht absurd ist.

Kazmaier, gerade mal 19 Jahre alt, folgte ihr mit nur 0,6 Sekunden Rückstand auf Rang drei. Zusammen mit Florian Baumann sicherte sie sich Bronze und stellte damit ebenfalls ihre sechste Para-Medaille in die Vitrine. Das Toptalent wächst in einem Tempo, das selbst erfahrene Beobachter staunen lässt.

Marchand und eskau: knapp daneben ist auch vorbei

Marchand und eskau: knapp daneben ist auch vorbei

Kathrin Marchand dagegen erlebte den bittersten Ausgang des Tages. Die 35-Jährige, die als Ruderin bereits zweimal bei Olympischen Spielen und einmal bei den Sommer-Paralympics an den Start gegangen war, feierte in Tesero ihre Winter-Premiere – und verpasste das Podium um 1,9 Sekunden. Rang vier hinter Siegerin Vilde Nilsen aus Norwegen. Vor fünf Jahren hatte Marchand einen Schlaganfall erlitten. Was sie seitdem geleistet hat, ist alles andere als selbstverständlich.

In der sitzenden Klasse wurde Andrea Eskau Vierte. Die 54-Jährige nimmt an ihrer neunten Paralympics teil – eine Zahl, bei der man kurz innehalten muss. Anja Wicker, die im Biathlon bereits Silber und Bronze geholt hatte, belegte Rang sechs. Den Sieg holte sich die überragende Amerikanerin Oksana Masters – ihr elfter Paralympics-Sieg. Elf. Eine Dominanz, die langsam an Legende grenzt.