Manzambi zündet den turbo: freiburg entdeckt angriffslust im dreifach-programm

Plötzlich lief der Ball wieder, statt nur zu rollen. Der SC Freiburg schlug Bayer Leverkusen mit hochkarätigen Kombinationen und drei Toren – und hatte dank Johan Manzambi wieder eine Seele im Offensivspiel. Nach 90 Minuten stand 3:3, aber die Wirkung war größer als ein Punktgewinn: Julian Schusters Team hat sich eine neue DNA erarbeitet.

Training statt termindichte – das geheimnis liegt auf dem platz

Ohne Euroleague- und Pokalzwänge nutzte der Coach die Länderspielpause, um zu schärfen, was in der Vorrunde stumpf wirkte. Statt englischer Wochen folgten Doppelsessions, Einzelanalysen und Sprinttests für Manzambi, der nach seiner Rotsperre vor drei Spielen nun mit 29 angekommenen Pässen, fünf erfolgreichen Dribblings und dem Vorlagelob für Grifo auf 1:0 zurückkehrte.

Die Zahlen lügen nicht: Freiburg erzielte gegen Leverkusen 18 Torschüsse – Saisonbestwert. Die 3-4-3-Umschaltung mit Manzambi als dynamischem „Motor“ funktionierte, weil sich Christian Günter links einschaltet und Yuito Suzuki rechts Räume zieht. Letzterer schlenzte zum 2:1 nach 24 Passstafetten aus der eigenen Hälfte – ein Tor, das sich selbst Leverkusens Coach Xabi Alonso an den Rand des Rasens zog und applaudieren ließ.

Genug munition für das triple

Genug munition für das triple

Donnerstag geht’s nach Genk, wo Grifo 2018 sein Italien-Debüt feierte. Danach folgt Stuttgart im Pokal-Halbfinale, ehe die Liga den Europa-League-Plätzen nachspurtet. „Wir wollen jedem Team wehtun“, sagt Günter und spielt auf Bayerns Anfang April und Leipzig im Mai an. Intern heißt es: Wer bei 50 Punkten plus steht, darf sich für die Königsklasse bewerben.

Die Frage ist nicht mehr, ob Freiburg kann, sondern wie lange Manzambi und Suzuki heißlaufen dürfen. Schuster rotiert klug: „Wir haben 23 Profis, die alle ein Spiel entscheiden.“ Seine Statistik: Drei Siege, zwei Remis, wenn Manzambi von Beginn an aufläuft. Die Belastungssteuerung wird enge Kaderplanung, nicht Pokalmystik.

Der SC spielt sich gerade neu ein. Wer jetzt noch von Verletzungspech oder mangelnder Kreativität spricht, hat das 3:3 nicht gesehen. Die Breisgauer fahren nach Belgien – nicht als Außenseiter, sondern als Mannschaft, die endlich wieder Spaß am Ballbesitz hat. Und wenn Manzambi weiter so durchbricht, kann Freiburg auch in Stuttgart feiern, wo ein Finale wartet, das seit 1992 unerreicht blieb.