Mansson raus, gulliksen jagt: die torjäger-krimi der ehf league geht in die heiße phase

98 Tore standen für Axel Mansson zu Buche, als das Horn in Kristianstad verstummte. Der Schwede war schon vor dem Achtelfinale der European League der unangefochtene König der Schützen, doch die Krone war ihm nie schwerer. Denn mit dem Aus seines IFK gegen RK Nexe verabschiedet sich der 27-Jährige aus dem Rennen – und hinter ihm rückt die Meute näher.

Kevin gulliksen liegt nur noch 20 treffer zurück

Der Norweger von Elverum biss sich in der Zwischenrunde fest, schraubte sich auf 78 Treffer und hat jetzt zwei weitere K.o.-Spiele, um die Lücke zu schließen. Die Rechnung ist simpel: fünf Tore pro Partie, und er zieht vorbei. Bei seiner Form keine Utopie. Elverum spielt am Samstag in Skopje gegen Vardar – ein Gegner, der in dieser Saison schon 57 Gegentreffer kassierte, als hätte man die Abwehr zu Hause vergessen.

Die Jagd ist offen, weil Mansson nicht mehr schießen darf. Das ist der Fluch des Topscorers, wenn das Team scheitert. Er bleibt auf 98 hängen, ein Monument aus Ziffern, das aber keinen Titel garantiert.

Odinn thor rikhardsson nutzte nur zehn spiele

Odinn thor rikhardsson nutzte nur zehn spiele

Der Isländer von Kadetten Schaffhausen schlüpfte mit 74 Treffern auf Rang drei – und das, obwohl seine Mannschaft schon vor Weihnachten ausgeschieden war. Seine Quote: 7,4 Tore pro Spiel. So effizient war in dieser Runde niemand. Würde man die Wertung nach „Tore pro 60 Minuten“ machen, stünde er vorne, dicht gefolgt von Mansson (8,2) und dem Schweizer Luca Sigrist, der für Kriens-Luzern in nur acht Partien 64-mal traf.

Die Bundesliga ist mit Marko Grgic (Flensburg, 70) und Johannes Golla (63) doppelt vertreten, doch auch sie müssen zusehen. Flensburg reist zwar als Gruppensieger ins Viertelfinale, doch die Konkurrenz schläft nicht. Grgic bräuchte vier Doppelpacks, um Mansson zu erreichen – möglich, aber keine Selbstverständlichkeit gegen die dichten Abwehrreihen von Montpellier oder Porto.

Der große verlierer heißt peter lukacs

Der große verlierer heißt peter lukacs

Elverums zweiter Säulenheber lag lange auf Rang zwei, verpasste aber in den letzten beiden Spielen den Anschluss. Mit 73 Treffern ist er jetzt nur noch Vierter – und muss innerhalb des eigenen Klubs gegen Gulliksen gewinnen. Trainer Michael Apelgren lässt beide Linksaußen wechseln, wer heißer ist, bekommt mehr Minuten. Lukacs’ letzte Chance: ein Vardar, das hinten offen steht wie eine Garage ohne Tor.

Dahinter tummeln sich die Skandinavier. Johan Hansen und Emil Laerke von Skanderborg, beide über 60 Treffer, haben noch ein Lebenszeichen gesetzt. Doch ihre dänische Kollektiv-Maschine trifft auf Kiel – und die Bundesliga-Defensive um Bence Imre (57 Tore, aber als Rückraumspieler mit anderer Ausgangslage) kennt keine Gnade.

Die wahrheit liegt in der quote

Mansson schoss seine 98 Tore in zwölf Spielen, schnitt 8,2 Treffer pro Partie. Gulliksen braucht 5,6 pro restlichem Spiel, um ihn zu überholen. Klingt machbar – doch die Play-offs sind kein Training. Wer hier einen schlechten Abend erwischt, fliegt raus und die Konkurrenz zieht vorbei. Die EHF-Statistik kennt kein Erbarmen: nur die Treffer zählen, nicht die Geschichte dahinter.

Am Ende bleibt eine ironische Konstante: der beste Schütze der European League steht seit 2014 nie am Final-Four. Mansson wird diese Serie fortsetzen. Ob Gulliksen sie bricht? Oder springt ein Rikhardsson aus dem Stand wieder nach vorn? Die nächste Antwort kommt am Samstag in Skopje. Dann entscheidet sich, ob die 98 ein Denkmal oder nur eine Zwischenstation sind.