Mandic besiegt gidsel: magdeburg stoppt die füchse im herzschlag-finish

Der Champions-League-Sieger feiert nicht mehr nur Europas Pokale, sondern auch die deutsche Meisterschaft. Der SC Magdeburg schlug die Füchse Berlin 35:33, stellte die Tabellenführung auf sieben Punkte und begrub damit die letzten Titelträume der Hauptstädter.

6600 Menschen in der GETEC Arena erlebten 60 Minuten, die zwischen Atemlosigkeit und Ohrenbetäuben schwankten. Mathias Gidsel traf elf Mal – und verließ dennoch als Verlierer. Matej Mandic wehrte in der Schlussphase drei Großchancen ab – und wurde zum Matchwinner. Die Zuschauer sangen „Hier regiert der SCM“, während Berlin sich fragte, wie eine so clevere Leistung ohne Belohnung bleiben kann.

Die parade des tages kam nicht von gidsel

Es war die 57. Minute, 32:31 für Magdeburg, als Kreisläufer Mijajlo Marsenic frei vor dem Tor auftauchte. Mandic war schon am Boden, der Ball schien über ihn hinweg unhaltbar in die Ecke zu fliegen. Doch der Kroate streckte sich, wischte die Kugel an den Lattenquerschnitt und katapultierte die Arena in Ekstase. Sekunden später verwandelte Kristjansson das 33:31 – die Vorentscheidung.

Die Füchse hatten sich die ganze zweite Hälfte hart erarbeitet, was sie in zehn Minuten wieder verloren. Zwischen der 40. und 50. Minute dominierte Gidsel das Spiel, verwandelt Halbchancen mit der Coolness eines Pokerspielers. Doch Magdeburg antwortete mit Saugstrups Tempogegenstoß, mit Musches Dreher, mit Hornkes Siebenmeter – und mit Mandics Handschuhen. Die Berliner Abwehr, sonst so kompakt, zerbrach an diesen Einzelaktionen.

Milosavljevs solo wird zur nebensache

Milosavljevs solo wird zur nebensache

Dejan Milosavljev hatte den ersten Durchgang mit zehn Paraden zur halben Berühmtheit gemacht. Drei Strafwürfe hintereinander wehrte er ab, ließ die Magdeburger jubelnden Anhang verstummen. Doch nach der Pause schwanden seine Schläger, während Mandic auf der Gegenseite an Größe gewann. Die Torhüter-Duell-Bilanz fiel am Ende 11:9 für Milosavljev – aber 2:0 für Mandic, wenn es um Siege geht.

Trainer Bennet Wiegert hatte in der Kabine nur zwei Sätze gesagt: „Wir bleiben ruhig, wir bleiben aggressiv.“ Das klang banal, war aber die einzige Antwort auf Berlins Tempo. Die Füchse kamen mit Power aus der Pause, legten 19:16 vor, doch Magdeburg schaltete einen Gang höher. Die Rot-Karte gegen Musche nach einem Foul an Lichtlein schien das Momentum zu killen – doch genau dann schlug Mandic zu.

Die Tabelle lügt nicht: Magdeburg hat 52 Punkte, Berlin 45. Bei noch fünf Spieltagen ist die Meisterschaft so gut wie entschieden. Die Fans feierten auf dem Parkett, die Spieler tanzten im Kreis. Gidsel ging mit hängender Schulter in den Mixed-Zone-Korridor, sagte nur: „Wir haben alles versucht.“ Die Frage, warum das nicht reichte, beantwortet die Tabelle – und die Hand von Matej Mandic.