Mallorca: demichelis rettet die abwehr – aber zu welchem preis?
Die Defensive des FC Mallorca hat in dieser Saison mehr als nur Wackelpeter-Momente erlebt. Lange Zeit wirkte die Abwehrreihe brüchig und unsicher, doch seit der Ankunft von Martín Demichelis scheint sich ein Umdenken vollzogen zu haben. Ob dieser Wandel jedoch nachhaltig ist und Mallorca vor dem Abgrund bewahrt, bleibt abzuwarten.
Die mojica- und maffeo-frage: ein balanceakt
Die Außenverteidiger Mojica und Maffeo waren unter dem vorherigen Trainer Arrasate oft nicht in der Lage, ihre angestammte Form zu finden. Mojica schien das Problem zu haben, nach Vorstößen in der gegnerischen Hälfte seine Positionierung zu vernachlässigen, was Demichelis offenbar scharf angesprochen hat. Maffeo hingegen, der stets für sein aggressives Zweikampfverhalten bekannt war, konnte seine Leistungen ebenfalls steigern. Seine Intensität und sein Unnachgiebigkeit machen ihn zu einem unangenehmen Gegenspieler – wie Vinicius Jr. bereits schmerzlich feststellen musste.
Die Abwesenheit eines der beiden Spieler wirkte sich unter Arrasate deutlich negativ auf das Team aus. Von den zwölf Partien, in denen entweder Maffeo oder Mojica fehlten, konnte Mallorca lediglich zwei gewinnen und zwei weitere Spiele unentschieden spielen. Tatsächlich war es erst mit dem gemeinsamen Einsatz beider, dass der erste Saisonsieg gegen Alavés gelang. Die ersten sechs Spieltage ohne den verletzten Maffeo endeten mit vier Niederlagen und zwei Unentschieden – ein deutliches Zeichen für die Abhängigkeit der Mannschaft von ihren Außenverteidigern.

Die latte liegt niedrig: morey und lato enttäuschen
Die Alternativen Morey und Lato konnten das Vertrauen von Demichelis bisher nicht gewinnen. Ihre Einsätze führten zu einer spürbaren Schwächung der Mannschaft, sowohl in der Defensive als auch im Angriff. Lato steht in Sachen technischer Fähigkeiten meilenweit hinter Mojica, während Morey, einst als eines der größten Talente Spaniens gehandelt, nie sein volles Potenzial entfalten konnte. Verletzungen haben seine Entwicklung immer wieder unterbrochen und ihm offenbar auch das Selbstvertrauen geraubt – was sich in einer überraschend hohen Anzahl von Ballverlusten äußert.
Im Spiel gegen Villarreal, in dem Maffeo aufgrund einer Gelbsperre ausfiel, wurde Morey in der 70. Minute ausgewechselt, nachdem er eine schwache Leistung gezeigt hatte. Demichelis musste notgedrungen handeln und brachte den jungen Calatayud, der damit sein Debüt in der LaLiga feierte. Auch auf der linken Seite sah es nicht besser aus: Mojica verließ das Feld angeschlagen, und Demichelis entschied sich, erneut auf einen Spieler aus dem Reserveteam zu setzen – Luis Orejuela, ein 18-jähriger Talent mit großem Potenzial und einer beeindruckenden Bilanz von elf Toren, davon neun mit dem Kopf.

Ein riskantes experiment: jugend gegen erfahrung
Die Entscheidung von Demichelis, gegen den erfahrenen Getafe-Gegner auf junge Talente zu setzen, wirft Fragen auf. Orejuela, der mit lediglich 14 Partien in der Tercera Federación debütierte, leistete sich einen Fehler, der zum ersten Gegentreffer führte. Dennoch kann man ihm wenig vorwerfen, da er nach diesem Patzer ein solides Spiel ablieferte. Die Tatsache, dass Demichelis angesichts eines Abstiegskampfes lieber einen unerfahrenen Spieler einsetzt, anstatt Lato, spricht Bände über das Vertrauen, das er in den Profi setzt.
Für das entscheidende Spiel gegen Valencia ist die Rückkehr von Maffeo und Mojica unerlässlich. Die beiden sind das Rückgrat der Abwehr und sorgen für Stabilität und Sicherheit. Ohne sie wird es für Mallorca schwer, die Punkte zu holen, die für den Klassenerhalt benötigt werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Demichelis den richtigen Weg eingeschlagen hat und ob die jungen Talente die Chance nutzen können, sich zu empfehlen. Doch eines ist klar: Mallorca braucht seine erfahrenen Außenverteidiger, um im Kampf um den Verbleib in der Liga bestehen zu können.
