Malagò zögert nicht mehr: „ich bin kein außenseiter – ich habe drei futsal-meistertitel“
Giovanni Malagò will es sich nicht mehr verbieten lassen. Im Schatten von San Siro, beim Event des „Foglio Sportivo“, lässt der Ex-CONI-Chef die Maske fallen – und schickt eine Kampfansage an die regierende FIGC-Führung um Gabriele Gravina.
„Offiziell kandidiere ich noch nicht“, sagt er, „aber die Gespräche laufen.“ 19 Klub-Vorstände hätten sich in den vergangenen sechs Tagen gemeldet – vorher waren es gerade einmal elf. „Die Zahl spricht für sich“, wirft er in den Raum, als hätte er das Protokoll schon durchgespielt.
„Futsal zählt – und ich habe bewiesen, dass ich gewinnen kann“
Die Kritik, er sei ein Fremdkörper im Fußball, weist er mit einer Referenz zurück, die selbst eingefleischte Feldgrößen verstummen lässt: „Ich habe drei Scudetti im Futsal geholt.“ Wer jetzt noch behauptet, Malagò kenne sich nur mit Bob und Ski aus, verliert die Debatte vor dem ersten Pfiff.
Warum die hektischen Treffen genau vor dem Bosnien-Playoff? „Weil Sorge im Raum stand“, gibt er offen zu. Gravina habe zwar signalisiert, sein Mandat zu Ende bringen zu wollen, doch der Apparat um ihn herum klebt fest an alten Strukturen. „Wenn alles so bleibt, wird nichts besser“, sagt Malagò und klingt dabei wie ein Mann, der schon den Schwung für einen Rundumschlag mitnimmt.
Lotito, Präsident von Lazio und mächtige Stimme im Ligarat, hatte wenige Meter entfernt erklärt: „Malagò ist kein Problem, das System ist es.“ Der Satz hallt nach, weil er das Mantra bestätigt, mit dem der Ex-CONI-Chef gerade durchs Land tourt: Umbau statt Ausbau.

Spieler und trainer sollen mitreden – der präsident folgt später
Sein Projekt sieht eine Technische Kommission vor, in der aktive Profis und Trainer das Sagen haben. „Kein Name steht fest“, betont er, „aber ich kenne keinen Verbandschef, der nicht Spieler ins Boot holte.“ Die Botschaft: Keine Alleingänge, keine Seilschaften – und schon gar keine halbgaren Reformen.
Politik will er nicht ausschalten, sondern einbinden. „Je länger ich drin bin, desto klarer wird: Ohne politische Deckung geht nichts.“ Gespräche mit Regierungsvertretern führe er „täglich“, das IOC habe seinen Unmuts-Report über italienische Verhältnisse bereits mit „standing ovations“ quittiert. Wer da noch glaubt, Malagò bluffe, unterschätzt die Register, die er als Rom-Berufener ziehen kann.
Die Uhr tickt. Die FIGC-Wahl rückt näher, die Klubs suchen Halt in einem Machtvakuum, das sich seit Gravinas Machtwort auftut. Malagò nutzt die Unruhe, spielt seine Olympia-Erfahrung aus und die Tatsache, dass er kein Strafregister an verpassten Finali vorzuweisen hat.
Ob er am Ende antritt? Die Antwort liegt zwischen den Zeilen. „Ich muss nachdenken“, sagt er – und lächelt dabei wie ein Mann, der die Antwort längst kennt, nur den richtigen Moment abwartet.
