Malago soll fußball-chaos stoppen: olympia-boss übernimmt!
Rom, Italien – Ein Schock für den italienischen Fußball: Giovanni Malago, bislang Erfolgsgarant der Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo, soll nun die angeschlagene FIGC (Federazione Italiana Giuoco Calcio) retten. Die Entscheidung der Serie A, den Olympia-Funktionär zum neuen Präsidenten zu wählen, wirft Fragen auf, lässt aber auch Hoffnung auf eine schnelle Stabilisierung zu.

Der sturz gravinas und das vakuum an der spitze
Der Rücktritt von Gabriele Gravina, verbunden mit dem von Trainer Gennaro Gattuso und Sportdirektor Gianluigi Buffon nach der historischen WM-Qualifikationspleite, hatte ein Machtvakuum hinterlassen. Die Serie A handelte schnell – und überraschend. 18 von 20 Vereinen sprachen sich für Malago aus, einen Mann, der in der Sportwelt bekannt ist für seine organisatorischen Fähigkeiten und sein diplomatisches Geschick.
„Der Ball liegt nun bei Malago“, erklärte Liga-Boss Ezio Simonelli nach einer Krisensitzung in Mailand. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Erwartungen an den neuen Präsidenten enorm sind. Malago muss sich rasch einen Überblick verschaffen, seine Kandidatur offiziell verkünden und ein Programm vorlegen – und das in einer Zeit, in der der italienische Fußball am Boden liegt.
Die Herausforderungen sind gewaltig: Neben der Suche nach einem neuen Nationaltrainer, der die Nation endlich wieder zu einem internationalen Erfolg führen kann, stehen tiefgreifende Reformen an. Besonders brisant ist der Zustand der italienischen Stadien. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte Italien unlängst in die Schusslinie genommen und die Infrastruktur als „eines der schlechtesten in Europa“ bezeichnet – ein Schlag ins Gesicht für den stolzen italienischen Fußball.
Malago, der bereits von 2013 bis 2025 das italienische Nationales Olympisches Komitee (CONI) leitete und seit 2019 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist, muss nun beweisen, dass er auch im Fußballverband erfolgreich sein kann. Die Wahl findet am 22. Juni statt, doch Malago benötigt mehr als nur die Unterstützung der Profiklubs. Die Amateurverbände haben mit 34 Prozent deutlich mehr Einfluss bei der Wahl als die Vereine der Serie A mit ihren 18 Prozent.
Die EM 2032 im eigenen Land stellt eine weitere Zäsur dar. Die Modernisierung der Stadien ist kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit, um den Ansprüchen der UEFA und den internationalen Fans gerecht zu werden. Malago steht vor der Mammutaufgabe, den italienischen Fußball wieder auf Kurs zu bringen und das Land für das prestigeträchtige Turnier vorzubereiten.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Malago wird sich mit Vertretern der Erstligavereine treffen, um seine Pläne zu präsentieren. Ob er mit seinem olympischen Erfahrungsschatz den italienischen Fußball aus der Krise führen kann, bleibt abzuwarten. Der Druck ist enorm, die Erwartungen hoch. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem der italienische Fußball viel zu verlieren hat.
