Málaga feiert sich selbst: sieg in cádiz, karakostümparty und aufstiegsspüre
Siegtreffer in Cádiz, Sonntagstraining, dann sofort die nächste Show: Der Málaga CF ist nicht nur auf dem Rasen in Bestform, sondern zelebriert gerade den wohl besten Teamzusammenhalt der Saison. Elf Spieltage vor Schluss liegt die Mannschaft von Trainer Juanfran Funes einen Punkt hinter dem direkten Aufstiegsplatz und vergrößert gleichzeitig den Abstand zu den Play-off-Verfolgern – ein Spagat, der Selbstvertrauen schürt und die Kabine tanzen lässt.
Die nacht, in der wally auf farao traf
Was wie ein interner Ausflug klingt, war tatsächlich taktisch geplant: Nach dem 2:0-Sieg bei Cádiz verschob der Klub das Montagstraining auf Sonntagvormittag und schickte die komplette Truppe anschließend auf ein Team-Building-Wochenende ins Hinterland von Andalusien. Statt Taktikboard und Leistungsdiagnostik standen Karaoke, Tanzduelle und eine Kostümparty auf dem Programm.
Joaquín Muñoz lief als verirrter Wally durchs Finca-Gewirr, Einar Galilea schwang das Flamencoröckchen, während Dani Sánchez und Eneko sich mit ganzem Goldschmuck als ägyptische Pharaonen auftrumpften. Murillo, Pastor und Lobete zitierten die Peaky Blinders, Recio schlüpfte in die Overalls der Geisterjäger und Puga wählte Bowser, den Dauerschlächter aus Super Mario. Die größten Lacher erntete jedoch Montero, der sich als Dumbo verkleidete – ein Seitenhieb auf sein eigenes Spitznamen-Register im Kader, wie Kapitän Larrubia nach dem Spiel gegen Cádiz noch einmal bestätigte.
Die Videos gingen innerhalb von Minuten viral, doch hinter den Spaß-Clips steckt Methode: „Wir wollten den Druck kurz ausknipsen, bevor April uns mit Schwergewichten wie Granada und Valladolid erwartet“, sagte Fitnesscoach Rafa Manzanares. Die Spieler selbst sangen sich in Ekstase, als das Smartphone-DJ-Set auf ‚La Morocha‘ umschaltete – ein lateinamerikanischer Hit, der inzwischen zur offiziellen Hymne der Kabine avanciert ist.

Zwischen party und play-off: die zahlen sprechen klar
Der Klub aus der Costa del Sol hat 60 Punkte auf dem Konto, nur einen weniger als Cádiz auf Rang zwei. Das Polster auf Platz sieben – die gefährliche Cut-off-Marke – beträgt bereits acht Zähler. Mit einer Tor-Differenz von plus 22 ist Málaga zudem die beste Defensiv-Mannschaft der Liga. Die Statistik erinnert an die 2017/18-Saison, als der Verein unter dem damaligen Coach Míchel direkt wieder die Klasse zurückkehrte.
Der Blick nach vorn: Vier Auswärtsspiele stehen an, darunter das Duell bei Betis Deportivo und das Endspiel in Granada. Doch die Marschroute ist klar: Heimsieg gegen Amorebieta am kommenden Sonntag, dann darf die Mannschaft weiter träumen. „Wir haben gelernt, dass Spaß und Leistung keine Gegensätze sind“, sagte Funes nach dem Abschlusstraining. „Die Jungs wissen: Je enger der Kreis, desto lauter der Jubel am Ende.“
Die Verbindung von Blau-Weiß und Karnevalsstimmung mag auf den ersten Blick befremdlich wirken, doch sie spiegelt die Mentalität der neuen Málaga-Ära wider. Keine Einzelkämpfer, sondern ein Rudel, das bereit ist, sich gegenseitig in die Schranken zu werfen – sei es beim Pressing oder beim Karaoke-Wettbewerb. Und während andere Klubs noch nach Formeln suchen, liefert der Andalusier den Beweis: Wer tanzt, gewinnt auch.
