Mainz 05 vor den playoffs: heidel warnt vor olmütz – der underdog mit biss

Sigma Olmütz? Ein Name, der in Mainz noch vor Wochen keinerlei Gänsehaut auslöste. Jetzt, 24 Stunden vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Conference League, ist der tschechische Pokalsieger plötzlich der gefährliche Unbekannte, der Christian Heidel den Schlaf raubt.

Heidel nennt olmütz „unbequem“ – und meint das als kompliment

Der Sportvorstand spricht nicht von einem Pflichtsieg, sondern von Respekt. Viel Respekt. „Olmütz ist kein Zufalls-Gegner“, sagt Heidel, „die haben in ihren vergangenen drei Europacup-Spielen zweimal Lausanne ausgeschaltet und dabei gezeigt, dass sie sich nicht abschütteln lassen.“ Tatsächlich: Sigma gewann das Playoff-Duell gegen den Schweizer Klub mit 4:3 und 2:1 – und das, obwohl sie in der heimischen Liga nur Fünfter sind.

Während Mainz nach der Gruppenphase direkt im Achtelfinale landete, musste Olmütz den Umweg gehen. Genau das macht den Klub aus Mähren laut Heidel so gefährlich: „Sie kommen aus dem Rhythmus der Spiele, haben keinen Druck, aber jede Menge Selbstvertrauen.“

Null-punkt-programm im eigenen stadion

Null-punkt-programm im eigenen stadion

Für die Mainzer geht es um mehr als nur das Viertelfinale. Der Club hat in 59 Jahren Europacup-Geschichte noch nie das Viertelfinale erreicht. Die Chance, diese Marke zu knacken, ist so groß wie nie – und so brisant wie lange nicht. Denn die Bundesliga-Krise sitzt tief: Nur drei Punkte trennen den FSV vor dem 26. Spieltag vom Relegationsplatz.

„Wir wollen Europapokal-Traum und Liga-Alltag voneinander entkoppeln“, sagt Sportdirektor Niko Bungert. Das 2:2 gegen Stuttgart am Wochenende war ein erster Schritt. „Die Art, wie wir zurückkamen, zeigt, dass die Gruppe bereit ist, sich selbst zu überwinden.“

Die Zahl, die Mainz mit nach Olmütz nimmt: acht. Acht Tore erzielte Sigma in den letzten drei Heimspielen – aber auch acht kassiert. Die Defensive ist anfällig, die Offensive dafür temperamentsvoll. Genau die Mischung, die Heidel nervös macht.

Donnerstag, 21 Uhr, Andrův stadion. 12.000 Zuschauer, ein Rasen, der schon im März kaum Grün zeigt, und ein Gegner, der nichts zu verlieren hat. Für Mainz beginnt dort die eigentliche Saison. Wer sich nicht durchbeißt, fliegt raus – aus dem Pokal und vielleicht auch aus der Liga. Die Devise ist klar: Keine Schonung, keine Rechnerei. Nur ein Sieg zählt. Alles andere wäre ein Beweis dafür, dass der Underdog doch der Favorit war.