Cheyenne loch hängt die snowboard-karriere an den nagel: baby kommt, weltcup geht

Die Snowboard-Piste tauscht Cheyenne Loch gegen Windelwelt. Die 31-jährige Bundespolizistin und neunmalige Weltcup-Podest-Fahrerin beendet mit sofortiger Wirkung ihre Laufbahn – ausgerechnet nach ihrem Olympia-Debüt in Livigno. „Die Entscheidung, wann ich diesen Schritt mache, wurde mir abgenommen“, sagt sie und legt die Hand auf den wachsenden Bauch. Im Sommer kommt ihr erstes Kind.

Die Kurve ist abrupt. Noch vor wenigen Woconen raste sie im Parallel-Riesenslalom auf Rang 15, nun lenkt sie den Boardverleih ins Leben. Der Körper fordert seinen Tribut: zwei Kreuzbandrisse, ein widerspenstiges Sprunggelenk, die Belastung einer vollen Weltcup-Saison – das reicht. „Ich wäre gern noch einmal durchgestartet, aber die Mail von innen lautet: Stopp“, sagt sie trocken.

Zwischen comeback und kinderwagen: die zahlen hinter dem aus

Zwischen comeback und kinderwagen: die zahlen hinter dem aus

2021 war Loch bereits raus, 2022 kehrte sie zurück und sammelte zwei weitere Podestplätze. Neun an der Zahl stehen jetzt in ihrer Bilanz – und ein Olympia-Start, der trotz Platz 15 glüht. „Olympia noch einmal mitzuerleben, war richtig, richtig cool“, sagt sie. Die Erinnerung reicht, um die Karriere mit einem Lächeln abzuhaken.

Andreas Scheid, Sportdirektor beim Snowboard-Verband, spricht vom „besten Grund für ein Karriereende“. Er kennt die Statistik: fünf Operationen, unzählige Reha-Bänder, null Granteln. „Resilienz war ihr zweiter Vorname. Die wird sie als Mama brauchen“, sagt er und deutet an, dass die Tür zu Snowboard Germany offensteht. Ob als Trainerin, Mentorin oder Chefin des Parallel-Geschwaders – der Verband wartet.

Loch selbst hat schon Nachwuchs-Gruppen betreut, weiß, wie sich Fahrgefühl an junge Knie weitergibt. „Ich lasse den Board nicht los, nur das Starttor“, sagt sie. Die nächste Generation darf gespannt sein: Wer ein Baby im Arm hat, kann trotzdem Druck machen – nur eben auf dem Kindersitz statt auf der Piste.