Mailänder derby: wer spielt sein letztes san-siro-duell?
Es könnte das letzte Mal sein. Für einige Spieler auf beiden Seiten der Mailänder Stadtgrenze ist das Derby am Sonntag nicht nur ein Pflichtspiel – es könnte der endgültige Abschied vom San Siro sein, bevor die Verträge im Sommer ablaufen und die Koffer gepackt werden.
Das große stühlerücken naht
Ich sage es direkt: Das Meazza wird an diesem Wochenende brennen. Drei Ränge in Rot-Schwarz und Blau-Schwarz, Fahnen, Gesänge, Choreografien – auch wenn die Saison 2025/26 mit ihren bekannten Einschränkungen nicht alles zulässt, was dieses Stadion einst ausfüllte. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack. Das hier ist das letzte Derby der Saison. Und damit stellt sich eine Frage, die weit über Taktik und Tabellenplätze hinausgeht: Für wen ist es das letzte überhaupt?
Milan: namen, die im sommer verschwinden könnten
Auf der Seite des AC Milan ist die Liste der auslaufenden Verträge keine Kleinigkeit. Loftus-Cheek, der nie wirklich die Konstanz gefunden hat, die man sich von ihm erhoffte. Nkunku, ausgeliehen, ohne dass eine Kaufpflicht in Sicht ist. Füllkrug, der Stürmer mit dem Ruf, aber ohne die Minuten, die ihn rechtfertigen würden. Und dann ist da noch Gimenez – der Mexikaner, der im Winter mit großem Tamtam geholt wurde und nun ausgerechnet im Derby beweisen muss, warum Milan so viel Geld für ihn ausgegeben hat.
Inter: legenden vor dem absprung
Beim Stadtrivalen Inter ist die Situation noch emotionaler aufgeladen. Luka Modric – ja, der Modric – trägt seit diesem Winter das Trikot der Nerazzurri. Mit 38 Jahren steht er vor einem Derby, das für ihn womöglich das letzte seiner Karriere sein wird. Kein Pathos, nur Realität. Dazu kommen Mkhitaryan, De Vrij und der überragende Torhüter Sommer, dessen Zukunft in Mailand noch nicht besiegelt ist. Auch Acerbi und Darmian befinden sich in ähnlicher Lage – Veteranen, die wissen, dass die Uhren ticken.
Estupinan und odogu: die stillen fragezeichen
Weniger im Rampenlicht, aber trotzdem relevant: Estupinan auf der linken Seite und der junge Odogu, der in dieser Saison kaum Spielzeit bekommen hat. Für sie ist das Derby nicht der große Abschied – es ist eher die letzte Gelegenheit, einen Eindruck zu hinterlassen, der die Entscheidungsträger im Sommer umstimmt.
Das Derby della Madonnina war schon immer mehr als nur ein Fußballspiel. Diesmal trägt es eine zusätzliche Schicht: Es ist für einige der letzte Tanz in diesem Tempel. Und Tempel verzeihen keine schlechten Auftritte.
