Maguire verurteilt: napoli-interesse an einem skandalprofi

Harry Maguire, Innenverteidiger von Manchester United, ist zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Körperverletzung, versuchte Bestechung, Gewalt gegen Polizeibeamte – die Anklageschrift liest sich wie das Drehbuch eines Kriminalfilms, nicht wie die Biografie eines Premier-League-Profis.

Was hinter dem urteil steckt

Laut Sky Sports wurde Maguire nach einer Schlägerei schuldig gesprochen, bei der zwei Polizisten angegriffen wurden. Erschwerend hinzu kamen der Versuch, die Beamten zu bestechen, und wiederholte Körperverletzung. Ein griechisches Gericht fällte das Urteil – die Bewährungsstrafe bedeutet zwar keine Gefängniszelle, aber einen Fleck im Lebenslauf, der sich nicht wegwischen lässt.

Für einen Spieler, der einst für rekordverdächtige 87 Millionen Euro von Leicester City zu United wechselte und zeitweise die englische Nationalmannschaft als Kapitän anführte, ist das ein tiefer Fall. Kein symbolischer Stolperer – ein handfester Absturz.

Napoli hatte die fühler ausgestreckt

Napoli hatte die fühler ausgestreckt

Was die Geschichte noch pikanter macht: Laut TeamTalk hatte der SSC Napoli bereits Interesse an Maguire signalisiert und erste Sondierungen vorgenommen. Ob die Verantwortlichen in Neapel von dem laufenden Verfahren wussten oder ob die Nachricht aus Griechenland ihre Pläne durchkreuzt hat, bleibt offen.

Was nicht offen bleibt: Ein Spieler mit einer Bewährungsstrafe im Rücken ist für jeden Klub eine Risikoabwägung, die weit über taktische Fragen hinausgeht. Napoli, das sich gerade sportlich neu aufstellt, dürfte diesen Transfer nun mit anderen Augen betrachten.

United steht vor einer unangenehmen entscheidung

Bei Manchester United ist Maguire ohnehin keine unumstrittene Figur mehr. Sein Stammplatz ist längst weg, sein Marktwert gesunken, sein Image angeknackst. Die Klubführung unter Sir Jim Ratcliffe hat keinen Grund, einen Verteidiger mit juristischem Ballast zu halten, der auf dem Platz keine Garantie mehr ist.

Das Urteil aus Griechenland ist mehr als eine Randnotiz aus dem Privatleben eines Profis. Es ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte eines Spielers, dem die Last der eigenen Erwartungen – und nun auch die der Justiz – auf den Schultern liegt. 87 Millionen Euro für dieses Ende? Der Fußball schreibt manchmal die bittersten Geschichten selbst.