Magdeburg zittert, hannover ärgert sich: scm siegt 35:30, doch die recken zeigen zähne
Die Getec-Arena tobte, die Favoritenrolle wankte: SC Magdeburg schlepfte sich mit 35:30 gegen TSV Hannover-Burgdorf ins Ziel, kassierte aber einen Kratzer im Anstrich der Unbesiegbarkeit.
Mit 17:17 ging’s in die Kabine, danach lagen die Niedersachsen sogar 22:20 vorne. Omar Ingi Magnusson riss den SCM mit zwölf Treffern allein ans Land, Sergey Hernandez fing in der Schlussphase jeden zweiten Ball. Ohne diese beiden wäre die Sensationperfekt gewesen.

Reckhen-coach michalczik sieht die weltmeister-frage offen
„Wenn wir die letzten fünfzehn Minuten nur halb so dumm verteidigen, steht es 32:32“, sagte Marian Michalczik nach Abpfiff. Er sprach schneller als sein Herz schlug. „Magdeburg hat diese Tore-auf-Knopf-Druck-Mentalität. Die müssen wir uns erarbeiten, nicht erbetteln.“
Die Zahlen geben ihm recht: Hannover lag bei der Zweikampfquote vorne (56 %), gewann mehr Abpraller und hatte die bessere Siebenmeter-Quote. Trotzdem stehen sie auf Rang neun, Magdeburg marschiert weiter Richtung Meisterschaft.
Die Heimparty hatte schon vor dem Anwurf begonnen. Kreisläufer Oscar Bergendahl verlängerte bis 2028, wurde im Mittelkreis gefeiert wie ein Pokalsieger. „Er spricht mit Taten, nicht mit Lautstärke“, sagte Trainer Bennet Wiegert und kassierte dafür sogar Gelb, weil er die Schiedsrichter zu laut instruierte.
Die Moral der Niedersachsen aber bleibt ungebrochen. „Wir haben bewiesen, dass Magdeburg nicht übermenschlich ist“, so Michalczik. „Das nächste Mal schießen wir den Favoriten einfach fünf Minuten früher ab.“
