Magdeburg stürzt münster ins chaos – zukowski schlägt doppelt zu

Klassenerhalt? Fehlanzeige. Preußen Münster taumelt nach dem 1:3 gegen Magdeburg auf Platz 18 und muss sich fragen, ob der Abstieg schon beschlossene Sache ist. Doppelpacker Mateusz Zukowski schoss den Vorletzten aus dem Keller – und die Preußen tiefer denn je.

Trainerwechsel verpufft – schulze-marmeling ohne wunder

Am Montag noch trennte sich der Klub von Alexander Ende, am Sonntag folgte die nächste Demütigung. Interimscoach Kieran Schulze-Marmeling, eigentlich U23-Coach, stand nach dem 0:6 in Dresden wieder an der Seitenlinie, doch seine Elf wirkte ideenlos, mutlos und – entschuldigt’s – abstiegsreif. „Der zweite Rückstand war zu viel“, sagte er nach der Partie bei Sky. Die Worte klangen wie ein Euphemismus für das, was alle sahen: eine Mannschaft, die den Glauben verloren hat.

Die Zahlen sind gnadenlos: fünf Spiele, nur ein Punkt, null Selbstvertrauen. Magdeburg dagegen holte aus den letzten fünf Partien einen einzigen Zähler – und schlägt nun doppelt zu. Ironie des Fußballs: Das vermeintliche Schlusslicht überholt Münster und schickt es selbst auf den letzten Platz.

Elfmeter vor der pause – die entscheidende wende

Elfmeter vor der pause – die entscheidende wende

Erste Halbzeit, 45.+2: Zukowski läuft an, verwandelt sicher. Der Polen trifft seinen zweiten Saisontreffer – und trifft Münster mitten ins Herz. Bis dahin hatten die Hausherren kaum etwas gewagt, Magdeburg kontrollierte das Tempo, ohne zu glänzen. Doch der Strafstoß war wie ein Schock, aus dem sich die Preußen nicht erholten.

Zweite Hälfte, 72. Minute: Zukowski erneut. Diesmal mit links, diesmal aus dem Lauf. 0:2. Das Preußen-Stadion verstummt, nur der kleine Gästeblock jubelt. Baris Atik, Mittelfeldstratege der Magdeburger, sprach hinterher klartext: „Wir brauchen uns nicht in die Tasche lügen – es war ein Sechs-Punkte-Spiel.“

Münster schafft nur den Anschlusstreffer durch Etienne Amenyido, doch Richmond Tachie macht in der fünften Minute der Nachspielzeit den Deckel drauf. 1:3. Endstand. Abpfiff. Und danach? Stille.

Was nun? der abstiegskampf wird zur zitterpartie

Was nun? der abstiegskampf wird zur zitterpartie

Die Tabelle lügt nicht: Münster steht mit 22 Punkten auf dem letzten Platz, drei Spieltage vor Saisonende. Die Rückkehr in die 3. Liga rückt näher. Die Frage ist nicht mehr, ob die Preußen abstiegen, sondern wann der Knoten platzt. Die Mannschaft wirkt wie gelähmt, die Fans wie betäubt.

Am Horizont: Auswärtsspiele in Kiel und gegen Hannover – beides keine Geschenke. Dazwischen das Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Die Rechnung ist einfach: Ohne Siege gibt’s keine Rettung. Und Siege sieht derzeit niemand.

Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt: „Ich habe selten eine Mannschaft erlebt, die so tief in der Krise steckt und gleichzeitig so wenig Zuversicht verbreitet. Der Abstieg ist kein Schicksal mehr – er ist die logische Konsequenz aus Wochen des Nichtstuns. Wer so spielt, hat in Liga zwei nichts verloren.“