Magdeburg stolpert wieder: ksc schickt fcm auf abstiegsplatz
Der 1. FC Magdeburg hat sich am Samstag erneut selbst um den Lohn gebracht. Nach 90 Minuten mit 24.081 enttäuschten Zeugen im Rücken steht das 1:3 gegen Karlsruhe als fünfte Niederlage aus den letzten sechs Spielen – und der FCM rutscht auf Rang 16. Die magische Marke November bleibt die rote Linie: Seit dem 3:1 gegen Schalke hat Magdeburg in der MDCC-Arena kein Heimspiel mehr gewonnen.
Frühes aufbäumen, kalte dusche
Schon in der ersten Minute jagte Richmond Tachie den Ball ans Außennetz, das Stadion atmete tief durch – und bekam 20 Minuten später die kalte Dusche. Ein Fehlpass von Jean Hugonet, ein Dribbling von Louey Ben Ferhat, ein Schlenzer ins linke Kreuzeck: 0:1. Magdeburg spielte, Karlsruhe verwertete. Das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Realität.
Nach der Pause wiederholte sich das Skript. Ben Ferhat schoss aus 22 Metern auf 0:2, Magdeburg wechselte doppelt, Dariusz Stalmach verkürzte nach Atik-Hereingabe – und dann vergaben Zukowski (zweimal), Nollenberger und Ulrich binnen zehn Minuten vier Hochkaräter. Der KSC-Keeper Hans Bernat war geschlagen, aber der Ball wollte nicht rein. Stattdessen schlug Wanitzek einen Konter ein und besiegelte das 1:3. Die Zahlen sind gnadenlos: Karlsruhe schoss dreimal aufs Tor und traf dreimal.

Trainer sander steht auf dem prüfstand
Christian Titz’ Nachfolger Moritz Sander hatte vor der Partie angekündigt, „nicht mit dem Bus zu parken“. Seine Mannschaft hielt Wort – und wurde bestraft. Die Defensive wirkt wie ein offenes Tor, die Chancenverwertung wie ein Lotteriespiel. Mit 21 Gegentoren in den letzten sieben Partien ist Magdeburg der Liebling jedes Stürmers. Die Lücke zum Relegationsplatz schrumpft auf zwei Punkte, das Restprogramm liest sich nach April-Höllenritt: Auswärts in Hamburg und Kiel, daheim gegen St. Pauli und Hannover.
Am Millerntor wird man morgen mit Argusaugen auf den Tabellenstand blicken. Ein Blick reicht, um zu wissen: Magdeburg muss in den nächsten Wochen Tore und Punkte liefern – sonst wird die MDCC-Arena zur Zweitliga-Arena. Die Uhr tickt lauter als der Schiedsrichterpfiff.
